Apotheker lehnen geringere Vergütung für Corona-Zertifikate ab

Warnung vor geringerer Bereitschaft zur Beteiligung

Die Apotheker protestieren gegen eine mögliche Absenkung der Vergütung für die Ausstellung digitaler Corona-Impfzertifikate.

Berlin - "Die Apothekerinnen und Apotheker sind verärgert und verlieren ihr Vertrauen in die Berliner Politik", erklärte die Präsidentin der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), Regina Overwiening, am Donnerstag in Berlin. Hintergrund sind Berichte, wonach das Bundesgesundheitsministerium plant, die Vergütung von derzeit 18 Euro ab Juli auf nur noch sechs Euro senken will.

Overwiening warnte deswegen vor einer geringeren Bereitschaft der Apotheken in Deutschland, sich an dieser oder anderen Aktionen zu beteiligen. "Wenn die Apotheken keine belastbare Kalkulationsgrundlage und damit keine Planungssicherheit haben, sinkt die Bereitschaft, auch in Zukunft zusätzliche problemlösende Aufgaben zu übernehmen", erklärte die ABDA-Präsidentin. Sie bezeichnete eine Absenkung des Honorars als "nicht nachvollziehbar".

Die Apotheken stellen seit Montag digitale Impfzertifikate für Menschen aus, die diese noch nicht direkt bei der Corona-Impfung bekommen haben. "Die Berufsorganisationen haben dafür in den Aufbau einer IT-Infrastruktur investiert, die Apotheken vor Ort haben Personal abgestellt und zusätzliche Hardware eingesetzt", erklärte dazu Overwiening.

Sie verwies auch auf den damit verbundenen Aufwand: "Die Ausstellung eines Zertifikates bedeutet zum einen, die Daten zu prüfen, einzugeben und auszudrucken. Zum anderen geben die Apotheken den Menschen viel zusätzliche Unterstützung zur Nutzung der CovPass-App." Das digitale Zertifikat ist zwar nicht als Impfnachweis erforderlich, es soll aber beispielsweise das grenzüberschreitende Reisen in der EU erleichtern.

(xity, AFP)