Anteil leistungsschwacher Schüler in Deutschland gesunken

OECD mahnt aber weitere Anstrengungen an

In Deutschland sind trotz Fortschritten noch weitere Anstrengungen notwendig, um den Anteil sehr leistungsschwacher Schüler weiter zu verringern.

Berlin - Zu diesem Schluss kommt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in einer am Mittwoch vorgelegten Sonderauswertung zur Pisa-Schulstudie. Die Experten loben aber, dass in Deutschland innerhalb von knapp zehn Jahren die Anteile sehr leistungsschwacher Jugendlicher bereits reduziert wurden.

Deutschland liegt der Untersuchung zufolge auch über dem Durchschnitt der bei der Pisa-Studie getesteten Industrieländer. Im Jahr 2012 waren demnach 18 Prozent der 15-jährigen Schüler in Deutschland leistungsschwach in Mathematik, im OECD-Durchschnitt lag der Anteil bei 23 Prozent.

Ein ähnliches Bild ergab sich beim Lesen: Während in Deutschland 14 Prozent der Jugendlichen die notwendigen Anforderungen nicht erreichten, waren es im Schnitt der OECD-Länder 18 Prozent. In den Naturwissenschaften lagen die Anteile bei zwölf und 18 Prozent. In allen drei Bereichen waren in Deutschland neun Prozent leistungsschwach, im OECD-Durchschnitt zwölf Prozent.

In Deutschland sank der Anteil leistungsschwacher Schüler den Angaben zufolge zwischen den Pisa-Studien 2003 und 2012 in Mathematik um vier Prozentpunkte und im Lesen um acht Prozentpunkte. In den Naturwissenschaften gab es keine Veränderungen seit 2006.

Die Pisa-Studie definiert diejenigen Schüler als leistungsschwach, die in den getesteten Bereichen unter einem erforderlichen Mindestniveau liegen. Die Gründe für die Leistungsschwäche von Schülern sind laut OECD vielfältig. In Deutschland und in anderen Staaten besteht demnach unter anderem eine höhere Wahrscheinlichkeit dafür, wenn die betroffenen Kinder aus sozial benachteiligten Verhältnissen kommen.

Verbesserungen gab es laut der jetzt vorgelegten Studie beispielsweise in Mathematik in so unterschiedlichen Ländern wie Deutschland, Brasilien, Mexiko, Polen, Portugal, Russland, Tunesien und der Türkei. Die Experten werteten dies als Beleg dafür, dass alle Länder - unabhängig etwa von ihrer Wirtschaftskraft - das Leistungsvermögen der Schüler verbessern können.

Auch vor Deutschland lägen aber noch große Herausforderungen, erklärte die OECD. Die Organisation regte unter anderem gezielte Unterstützung für benachteiligte Familien oder Schulen an.

(xity, AFP)