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Anmutig seit hundert Jahren

Objekt des Monats November auf der Burg Altena

Anmutig macht die unbekleidete Tänzerin einen Schritt nach vorn. Sie schwingt ein goldenes Tuch hinter ihrem Rücken. Ihre Augen sind geschlossen – und sie ist nur 67 Zentimeter hoch.

Märkischer Kreis - Betrachtet man die Bronzestatue von Fritz Heinemann scheint es, als sei die dargestellte Frau in der Bewegung eingefroren. Vor mehr als 100 Jahren schuf der Künstler die vergoldete Plastik. Nun ist sie auf der Burg Altena als Objekt des Monats zu sehen. Ausgesucht hat die Statue Sarah Schöpp. Die 20-Jährige macht ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in der Restaurierungswerkstatt der Museen des Märkischen Kreises. Für das Werk „Tänzerin“ hat sie sich entschieden, weil Fritz Heinemann aus Altena kommt. „Und die Skulptur hat eine so schöne Dynamik“, beschreibt es die gebürtige Wuppertalerin. Sie arbeitet seit September in Altena. Nach dem FSJ möchte sie Restauration studieren.

Der Künstler Fritz Heinemann (1864 in Altena geboren) wäre dieses Jahr 155 Jahre alt geworden. Er studierte an der Nürnberger Kunstschule und der Berliner Akademie. Mit 24 hatte er seine erste Ausstellung. Sein Lebenswerk reicht von Büsten über Grabmäler bis hin zu Bronzeplastiken. Im Dezember 1932 verstarb er in Berlin. Die Skulptur hat er wohl um 1900 geschaffen. Sie ist das erste Mal ausgestellt und lagerte vorher im Depot der Museen des Märkischen Kreises. „Vor dem Ausstellen musste ich sie einen halben Tag putzen“, erzählt Sarah Schöpp. Das Alter und Lagern hat nichts an der Dynamik der Figur verändert: Die Bewegung ist seit hundert Jahren eingefroren.


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