11.12.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Amnesty-Menschenrechtspreis für Alice Nkom aus Kamerun

Amnesty-Menschenrechtspreis für Alice Nkom aus Kamerun

Anwältin setzt sich für die Rechte Homosexueller ein

Für ihren Einsatz für Homosexuelle ist die Kameruner Rechtsanwältin Alice Nkom mit dem Menschenrechtspreis von Amnesty International Deutschland ausgezeichnet worden.

Berlin - Die 69-Jährige nahm den Preis am Abend bei einer Feier im Berliner Maxim-Gorki-Theater entgegen. Die deutsche Sektion der Menschenrechtsorganisation würdigt mit der Auszeichnung den Einsatz der Anwältin für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender und Intersexuellen (LGBTI), die in Kamerun strafrechtlich verfolgt werden.

"Alice Nkom engagiert sich mit Kraft, Klugheit und Sinn für Humor für Menschen, die anders lieben und leben wollen", sagte Selmin Caliskan, Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland. Nkom sagte in ihrer Dankesrede, der Preis erfülle sie "mit Freude, Stolz und Hoffnung". "Ich teile ihn nicht nur mit den Menschen in Kamerun, für die ich mich einsetze, sondern mit all jenen weltweit, die die Menschenrechte verteidigen."

Nkom gründete 2003 ADEFHO, die erste Nichtregierungsorganisation Kameruns, die sich für den Schutz und die Rechte von LGBTI einsetzt. ADEFHO bietet medizinische Behandlung, psychologische Beratung, sexuelle Aufklärung, Mediation, Sicherheitstrainings und Rechtsberatung an. Seit 2006 verteidigt Nkom Menschen, die wegen ihrer sexuellen Orientierung oder Identität vor Gericht stehen. Deswegen erhält die Rechtsanwältin immer wieder Todesdrohungen.

Der internationale Generalsekretär von Amnesty International, Salil Shetty, nannte Nkom ein "Vorbild für Menschrechtsverteidiger weltweit". "Wir brauchen Frauen und Männer wie sie, die sich mutig und unerschrocken vor Ort für die Rechte ihrer Mitmenschen einsetzen, Verbrechen aufdecken und dafür kämpfen, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden."

Caliskan begrüßte, dass die Bundesregierung die Verfolgung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung in Afrika in den vergangenen Jahren als Problem erkannt hat und Unterstützung zugesichert hat. Sie forderte vor dem Hintergrund der zunehmenden Kriminalsierung von Homosexualität in vielen afrikanischen Ländern aber ein stärkeres Engagement, etwa durch die Festschreibung des Themas im neuen Afrika-Konzept der Bundesregierung.

Nkom hatte der Regierung in Kamerun in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP vergangene Woche eine "Anti-Schwulen-Apartheid" vorgeworfen. In Kamerun ist Homosexualität verboten und kann mit fünf Jahren Gefängnis bestraft werden.

Mit dem Menschenrechtspreis zeichnet die deutsche Sektion von Amnesty International Persönlichkeiten und Organisationen aus, die sich unter schwierigen Bedingungen für die Menschenrechte einsetzen. Der Preis, der in diesem Jahr zum siebten Mal vergeben wurde, ist mit 10.000 Euro dotiert.

(xity, AFP)


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