16.11.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Alternative Therapien nicht schlechter als Schmerzmittel

Alternative Therapien nicht schlechter als Schmerzmittel

Medikamente bei chronischen Schmerzen ohne Mehrwert

Bei chronischen Schmerzen haben alternative Methoden wie Physiotherapien langfristig den gleichen Effekt wie starke Schmerzmittel.

Berlin - Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler der Berliner Charité und der Technischen Universität Darmstadt nach einer umfassenden Analyse von Einzelstudien, wie die Charité mitteilte. Die schmerzlindernden Wirkungen von Medikamenten seien über einen längeren Zeitraum gesehen "klinisch unbedeutend" im Vergleich zu einem Placebo. Die Meta-Studie wurde in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "British Journal of Pharmacology" veröffentlicht.

Unter chronischen Schmerzen, die nicht durch einen Tumor hervorgerufen werden, leidet nahezu ein Viertel der Bevölkerung. Ursache sind beispielsweise rheumatische Erkrankungen wie Arthritis, Erkrankungen des Nervensystems oder Rückenprobleme. Die Möglichkeiten zur Behandlung reichen von psychologischen und physiotherapeutischen Verfahren über leichte Schmerzmittel bis hin zu starken opioidhaltigen Medikamenten.

Die Wissenschaftler haben für ihre Studie Ergebnisse aus mehr als 3600 internationalen Publikationen ausgewertet und damit die Daten von rund 10.700 Patienten analysiert. Dabei kamen sie zu dem Schluss, dass durch eine langfristige Behandlung mit nicht-medikamentösen physiotherapeutischen und psychologischen Verfahren die gleiche Wirkung erzielt wird wie mit starken Schmerzmitteln.

Schmerzmedikamente, die lange eingenommen werden, können zudem schwere Nebenwirkungen beispielsweise an den Nieren und im Magen-Darm-Trakt hervorrufen. Die Ergebnisse der Meta-Analyse legen nach Angaben der Forscher nahe, bei der Behandlung chronischer Schmerzen vor allem auf Vermeidung von schädlichen Nebenwirkungen zu achten.

(xity, AFP)


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