18.10.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Allergischer Schock bei einem Insektenstich

Allergischer Schock bei einem Insektenstich

Schnelles Handeln kann Leben retten

Rund drei Millionen Deutsche begleitet bei sommerlichen Aktivitäten stets ein mulmiges Gefühl. Grund dafür ist die Allergie gegen Insektenstiche.

Hamburg - Ob im Freibad, bei der Gartenarbeit oder auf dem Fußballplatz - immer ist da die Angst vor einem Insektenstich, weil ihr Körper darauf mit einem allergischen Schock reagieren könnte. Während die Symptome bei Menschen ohne Insektengiftallergie in der Regel nur lokal auftreten und nach 24 Stunden abgeklungen sind, haben Allergiker damit länger und heftiger zu kämpfen. Für sie ist zum Beispiel die Attacke einer Wespe lebensbedrohlich, da die Allergie auf das Insektengift zu einem Herz-Kreislauf-Versagen führen kann. Die Anzeichen eines allergischen Schocks früh zu erkennen und dann umgehend zu handeln, kann also Leben retten.

Anzeichen eines anaphylaktischen Schocks

Ein allergischer Schock ist die schlimmste Folge eines
Insektenstichs, die Allergikern passieren kann. Das sind typische
Anzeichen:
- Schwindel
- tränende Augen
- Schwellungen der Nasenschleimhäute
- Schnupfen
- Schluck- und Sprechbeschwerden
- Atemnot
- Herzrasen
- Übelkeit
- Darmbeschwerden
- Juckreiz und Rötungen am ganzen Körper

Erste Hilfe nach Insektenstichen

Schnell zu handeln, ist bei Insektenstichen generell wichtig, um Schmerzen und Schwellungen gering zu halten. Schwellen allerdings Atemwege an oder kommt es sogar zu Reaktionen des Herz-Kreislauf-Systems, rettet Erste Hilfe das Leben von betroffenen Personen. Dies sind die wichtigsten Schritte:

1. Stachel wegkratzen - nicht ziehen

Vor allem nach Bienenstichen bleibt der Stachel häufig in der Haut stecken. Wichtig: Den Stachel wegkratzen, nicht ziehen. Denn am Stachel befindet sich meistens noch ein Giftsack, der durch Ziehen und Drücken zusätzliches Gift freisetzt.

2. Notfallset verwenden

Allergiker haben, wenn ihre Allergie bereits bekannt ist, ein Notfallset bei sich. In einer kleinen Tasche - häufig auffällig gekennzeichnet - befinden sich flüssiges Antihistaminikum und Kortison, die geschluckt werden müssen sowie eine Adrenalin-Fertigspritze (Autoinjektor), die am Oberschenkel injiziert werden muss. Damit können Kreislauf und Blutdruck stabilisiert werden.

3. Notarzt verständigen

Treten innerhalb der ersten 15 Minuten körperliche Symptome auf, die über eine örtliche Hautreaktion hinausgehen, muss der Notarzt verständigt werden. Die betroffene Person sollte kein Auto mehr fahren, um sich selbst oder andere nicht in Gefahr zu bringen.

4. Wenn Atemwege zuschwellen

Fällt dem Betroffenen das Atmen schwerer, lockern Erste-Hilfe-Leistende dessen Kleidung, nehmen zum Beispiel die Krawatte ab und öffnen die obersten Blusenknöpfe. Sie sollten den Allergiker in eine aufrechte Position setzen und für frische Luft sorgen.

5. Wenn ein Schockzustand eintritt

Kalter Schweiß, Blässe und ein rasender Puls sind Anzeichen für einen Schock. Helfende Personen sollten den Betroffenen auf den Rücken legen und die Beine hoch lagern, indem sie zum Beispiel Kissen oder Taschen unterlegen. Außerdem kann es für den Patienten angenehm sein, zugedeckt zu werden.

6. Bei Bewusstlosigkeit

Ist die Reaktion auf das Insektengift so heftig, dass der Allergiker bewusstlos wird, machen Erste-Hilfe-Leistende zunächst die Atemwege frei und bringen den Patienten daraufhin in die stabile Seitenlage. Nicht vergessen: Den Kopf nach hinten überstrecken, damit der Rachenraum frei bleibt. Außerdem sollten ständig die Lebenszeichen des Betroffenen kontrolliert werden. Bei fehlenden Lebenszeichen sollten direkt Wiederbelebungsmaßnahmen eingeleitet werden.

Jeder, der eine allergische Reaktion auf Insektenstiche gezeigt hat - unabhängig wie heftig - sollte im Nachgang einen allergologisch tätigen Arzt aufsuchen. Dort wird bestimmt, ob tatsächlich eine Allergie vorliegt. Die Allergie kann mithilfe einer Allergie-Impfung mit Insektengift, einer sogenannten Hyposensibilisierung, bei etwa 90 Prozent der Patienten erfolgreich behandelt werden.


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