16.01.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Albig verärgert SPD mit Äußerungen zu Kanzlerkandidaten

Albig verärgert SPD mit Äußerungen zu Kanzlerkandidaten

Fahimi nennt Wahlkampf ohne Kanzlerkandidaten "abwegig"

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) verärgert seine Partei mit der Aussage, dass sie 2017 auch auf einen Kanzlerkandidaten verzichten könnte.

Berlin - "Der Gedanke ist völlig abwegig, dass die SPD ohne Kanzlerkandidaten in die Bundestagswahl 2017 gehen könnte", sagte SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi dem "Spiegel". Die große Koalition seit eine "Veranstaltung auf Zeit", dafür kämpfe die SPD mit Politik, Programm und Personal. "Ich gehe davon aus, dass das auch für Schleswig-Holstein und seinen Ministerpräsidenten gilt."

Auch SPD-Vizechef Ralf Stegner widersprach Albig entschieden. "Eine Partei wie die SPD, die in 14 von 16 Ländern regiert, die fast jede deutsche Großstadt regiert, die kann natürlich nicht den Anspruch aufgeben, den Kanzler zu stellen", sagte Stegner, der auch Vorsitzender der schleswig-holsteinischen SPD ist, dem NDR. Vielleicht habe Albig ja "norddeutschen Humor" sprechen lassen.

Falls bei Albig das der Fall sein sollte, war es nicht das erste Mal. Bereits im März hatte der schleswig-holsteinische Ministerpräsident die Chancen eines SPD-Kandidaten gegen Amtsinhaberin Angela Merkel (CDU) als gering eingeschätzt. "Vielleicht müssen wir noch eine Weile warten, bis wir wieder Autogrammkarten eines sozialdemokratischen Kanzlers verteilen können", sagte er im Frühjahr.

Jetzt legte Albig zur Verstimmung seiner Partei noch einmal nach. Er habe zwar "gar keinen Zweifel", dass Parteichef Sigmar Gabriel "exzellent" als Kanzlerkandidat sei, sagte Albig in einem NDR-Sommerinterview. Ein Sieg gegen Merkel sei jedoch schwer. "Ich glaube, sie macht das ganz ausgezeichnet ? sie ist eine gute Kanzlerin", lobte der Ministerpräsident. Die deutsche Bevölkerung möge sie offensichtlich, das müsse zur Kenntnis genommen werden.

Obwohl die SPD in der großen Koalition mit der Union einige politische Erfolge wie die Mietpreisbremse und die Einführung einer Frauenquote in Vorstandsetagen feiern konnte, kommen die Sozialdemokraten in Umfragen nicht über 25 Prozent Zustimmung hinaus. An der nächsten Regierung wieder beteiligt zu sein, könne auch Wahlziel für seine Partei sein, sagte Albig. Auch dafür werde ein starker Kandidat benötigt, aber "ob die Bezeichnung Kanzlerkandidat noch richtig ist oder nicht, das werden wir sehen".

(xity, AFP)


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