16.11.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Albig kritisiert Doppelpass-Einigung scharf

Albig kritisiert Doppelpass-Einigung scharf

Innenminister spricht von "bürokratischem Monster"

Schleswig-Holstein hat die Einigung beim Doppelpass scharf kritisiert.

Berlin - Der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Torsten Albig (SPD) hat die Einigung der Regierungskoalition bei der doppelten Staatsbürgerschaft als unzureichend kritisiert. Das Ergebnis sei "sehr unbefriedigend", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Die nun getroffene Vereinbarung sei ein "integrationsfeindliches Bürokratiemonster".

Justizminister Heiko Maas (SPD) und Innenminister Thomas de Maizière (CDU) hatten sich zuvor auf die Bedingungen geeinigt, die in Deutschland geborene Kinder ausländischer Eltern erfüllen müssen, um sowohl die Staatsangehörigkeit ihrer Eltern als auch den deutschen Pass behalten zu können. Demnach ist das dann möglich, wenn die Betroffenen bei Vollendung des 21. Lebensjahres acht Jahre in Deutschland gelebt oder sechs Jahre lang eine Schule besucht haben. Ein Schulabschluss beziehungsweise eine abgeschlossene Berufsausbildung reichen ebenfalls aus.

Schleswig-Holstein sowie die beiden Länder Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz setzen sich allerdings für eine komplette Abschaffung der Optionspflicht beim Doppelpass ein. Der Innenminister von Schleswig-Holstein, Andreas Breitner (SPD), lehnt den Gesetzentwurf daher ab. "Wir halten unsere Grundkritik aufrecht", sagte er der Zeitung "Die Welt" vom Freitag. Der Optionszwang werde mit weiteren Hürden nicht zwangloser, "sondern zu einem bürokratischem Monstrum".

(xity, AFP)


Copyright 2018 © Xity Online GmbH