Aktuelle Umfrage: So tankt Deutschland

Autofahrende achten gezielt auf Preisunterschiede

Bis zu sieben Mal wechseln die Preise an deutschen Tankstellen im Tagesverlauf. Ziel der Betreibenden: Möglichst viel Geld von den Kundinnen und Kunden abgreifen.

München - Doch die deutschen Autofahrenden achten mittlerweile genau auf Preisschwankungen und richten ihr Tankverhalten danach aus. Das zeigt eine aktuelle und repräsentative Umfrage von AutoScout24 und Innofact unter 1.013 Autohalter*innen vom Juni dieses Jahres.

Die Preise an deutschen Zapfsäulen steigen nicht nur zu verschiedenen Uhrzeiten, sondern auch vor Feiertagen und vor Ferienbeginn an. Jede*r zweite Autofahrer*in (52 Prozent) berücksichtigt das und tankt bereits im Vorfeld auf. Vor allem Frauen sehen nicht ein, dass sie am ersten Urlaubstag tiefer in die Tasche greifen sollen: 56 Prozent füllen deshalb frühzeitig Kraftstoff nach, aber nur 49 Prozent der Männer.

Jede*r Dritte (32 Prozent) nimmt für sich in Anspruch, genau zu wissen, um welche Uhrzeiten die Preise bei den Tankstellen anziehen und berücksichtigt das, wenn Sprit nachgefüllt werden muss. Auch hier sind Frauen etwas mehr auf Zack als Männer: 34 Prozent kennen die günstigen Zeiten ihrer Tanke, aber nur 30 Prozent der Männer. Laut einer Studie des ADAC sind die günstigsten Tankzeiten zwischen 18 und 19 Uhr und zwischen 20 und 22 Uhr. Bis zu 7 Cent pro Liter lassen sich wohl mit dem richtigen Timing sparen.

Fahrende setzen auf die Tankstelle ihres Vertrauens

Viele Autofahrende vertrauen einer bestimmten Tankstelle bzw. einer Kette. So sagen 30 Prozent: Ich tanke immer bei einer speziellen Tankstelle, von der ich weiß, dass sie immer den günstigsten Sprit in der Gegend hat. Aber auch die großen Ketten verstehen es offenbar, Kunden zu binden. So tanken 18 Prozent der deutschen Autohalter*innen bei einer bestimmten Tankstellenmarke (Aral, Shell etc.), weil diese einen Bonus gewährt, etwa in Form von Rabatt- oder Bonuskarten. Auch das Qualitätsversprechen einiger Tankstellen-Marken sorgt für Kundenbindung, wie die AutoScout24-Umfrage zeigt. Demnach setzen 13 Prozent der Deutschen auf eine bestimmte Kette, weil sie der Qualität des Sprits dort vertrauen.

Wie die Deutschen teure Autobahn-Tanken vermeiden

Vor allem die hohen Preise an Autobahn-Tankstellen scheinen viele Fahrende zu verärgern. So sagt mit 36 Prozent mehr als jede*r Dritte, dass er/sie in der Regel von der Autobahn abfährt und in der nächstgelegenen Ortschaft bei einer billigeren Tankstelle Sprit nachfüllt. Hier sind es eher Männer, die den Umweg in Kauf nehmen: 38 Prozent fahren von der Autobahn ab, aber nur 33 Prozent der Frauen.

Auch ältere Autohalter*innen machen öfter einen Abstecher in die nächste Kleinstadt: 43 Prozent der Fahrenden über 50 Jahre meiden die teuren Autobahn-Tanken, aber nur 28 Prozent der unter 40-Jährigen. 27 Prozent der Fahrenden hat eine andere Strategie, um den hohen Spritpreisen auf den Autobahnen zu entgehen: Sie tanken dort nur gerade so viel, um ans Fahrtziel zu kommen. 30 Prozent der weiblichen Fahrerinnen gehen so vor und immerhin 24 Prozent der männlichen.

Zur Not gehen einige auch zu Fuß

Für die hohen Spritpreise in den vergangenen Monaten sind zwar in erster Linie politische Entscheidungen verantwortlich. Dennoch lassen die deutschen Verbraucher*innen den Konzernen nicht alles durchgehen. So geben laut Umfrage 11 Prozent an, dass sie das Auto lieber stehen lassen, wenn die Spritpreise zu hoch sind. Und 4 Prozent nutzen Phasen günstiger Preise, um nicht nur den Fahrzeugtank zu befüllen, sondern auch sämtliche Kanister, die sie zur Verfügung haben.