Aigner hält Bayern reif für Frau an Regierungsspitze

Ministerin betont Vorzüge eines weiblichen Politikstils

Die im Rennen um die Nachfolge von Horst Seehofer zuletzt ins Hintertreffen geratene bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) hält Bayern reif für eine Frau an der Regierungsspitze.

München - "In Bayern kann so selbstverständlich eine Frau regieren wie Angela Merkel im Bund", sagte Aigner der Zeitung "Die Welt". Sie denke nicht, dass Bayern so rückständig sei, dass es keine Regierungschefin akzeptiere.

Aigner hob dabei auch die nach ihrer Meinung bestehenden Vorzüge des Politikstils von Frauen hervor. "Sie sind vielleicht leiser, nicht so sehr auf den Effekt bedacht. Sie haben stärker das Ganze im Blick und sind bessere Team-Spieler: Sie achten darauf, dass das Klima stimmt. Frauen setzen auf die Kraft der Argumente und nicht auf Befehl und Gehorsam", sagte Aigner. So arbeite auch sie.

Seehofer will in Bayern 2018 als CSU-Chef und Ministerpräsident aufhören und in den Ruhestand gehen. In den jüngsten Umfragen lag im Nachfolgerennen Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) vorne, der auch auf einem kleinen Parteitag in Bamberg am Samstag von den derzeit diskutierten Nachfolgekandidaten den größten Applaus bekam. Die einzige Frau, der derzeit Chancen bei der Nachfolge eingeräumt werden, ist Aigner.

Aigner betonte in der "Welt", dass bei der Entscheidung kein Weg an dem von ihr geführten CSU-Bezirk Oberbayern vorbei gehen werde. Oberbayern werde immer ein gewichtiges Wort mitreden, wenn es um wichtige Positionen geht. "Immerhin geht ein Drittel der Bayern in Oberbayern zum Wählen. Deshalb ist es immens wichtig, wie die Oberbayern integriert werden und wie begeistert sie dann für die CSU stimmen."

(xity, AFP)