18.10.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Agrarminister: Timoschenko nicht mehr Nobelpreis-würdig

Agrarminister: Timoschenko nicht mehr Nobelpreis-würdig

CSU-Politiker distanziert sich von früherem Lob

Agrarminister Schmidt hat sich von früherem Lob für die ehemalige ukrainische Regierungschefin Julia Timoschenko distanziert und würde ihr aus heutiger Sicht nicht mehr den Friedensnobelpreis andienen.

Berlin - "Friedensnobelpreise im Ukraine-Konflikt sind nur dann zu verdienen, wenn nachhaltiger Frieden und Zusammenarbeit von allen Beteiligten in der Region erreicht sind", sagte Schmidt der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Angesichts der jüngsten Äußerungen Timoschenkos zu Russlands Präsident Wladimir Putin sagte der Minister: "Gewaltfantasien sind inakzeptabel und nie ein nobler Weg."

Dem Bericht zufolge hatte Schmidt im Januar auf einem Treffen des CSU-Arbeitskreises Außen- und Sicherheitspolitik die damals noch inhaftierte Politikerin als mögliche Kandidatin für den Friedensnobelpreis ins Gespräch gebracht. Damit hätte ein Zeichen zu ihrer Freilassung gesetzt werden können, habe der CSU-Politiker damals gesagt.

Timoschenko hatte international scharfe Kritik geerntet, nachdem Auszüge aus einem mitgeschnittenen Telefonat veröffentlicht worden waren. Darin sagte sie offenkundig mit Blick auf Putin und die Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland, sie sei "bereit, eine Maschinenpistole zu nehmen und diesem Dreckskerl eine Kugel in den Kopf zu schießen". Am Donnerstag kündigte Timoschenko ihre Kandidatur bei der für den 25. Mai geplanten ukrainischen Präsidentschaftswahl an.

(xity, AFP)


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