29.10.2020 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> AfD will Finanzschlamassel durchleuchten lassen

AfD will Finanzschlamassel durchleuchten lassen

Innerparteilicher Streit geht in die nächste Runde

Die Landesvorsitzenden der Alternative für Deutschland haben beschlossen, eine Kommission zur Klärung des Finanzschlamassels in der Bundesgeschäftsstelle einzuberufen.

Berlin - Der innerparteiliche Streit bei der AfD über die Parteifinanzen geht in die nächste Runde. Die Landesvorsitzenden der Alternative für Deutschland beschlossen, eine Kommission zur Klärung des Finanzschlamassels in der Bundesgeschäftsstelle einzuberufen, wie ein Parteisprecher sagte. Ausdrücklich solle es dabei um die "innerparteiliche Transparenz der Parteifinanzen" gehen. Die bisherigen Zustände beim AfD-Rechnungswesen gelten als sehr intransparent.

Berichte über Probleme bei der Finanzbuchhaltung in der Bundesgeschäftsstelle haben in den vergangenen Wochen großen Unmut in der Partei ausgelöst. Gerüchten zufolge soll Geld verschwunden sein. Beim Rechnungswesen sollen chaotische Zustände herrschen. Nach Parteiangaben ist die AfD aber zahlungsfähig, auch sei kein Geld verschwunden.

Im Mittelpunkt des Streits steht Geschäftsführer Georg Pazderski, der inzwischen auf eigenen Wunsch freigestellt ist. Pazderskis Verhältnis zu Parteigründer Bernd Lucke gilt als zerrüttet. Allerdings gibt es im Vorstand durchaus Gegenwehr gegen den Versuch, Pazderski als Sündenbock für das Finanzchaos abzustempeln - etwa in Form eines Parteiausschlusses. "Ich habe klar gesagt, dass ich mit einem Parteiausschlussverfahren nicht einverstanden bin", sagte Ko-Parteichef Konrad Adam der "Welt".

Die Parteifinanzen sind derzeit nur ein Streitpunkt bei der AfD. Die Partei debattiert heftig über Ausrichtung und Personal. Im Juni soll ein Parteitag anstelle der bisherigen Dreierspitze ein Führungsduo installieren, ab Jahresende soll nur noch ein Chef die Partei führen.

Ein Parteisprecher dementierte einen "Spiegel"-Bericht, wonach sich Lucke noch vor dem Parteitag per Mitgliedervotum das Vertrauen der Basis in seine Person und seinen Kurs aussprechen lassen wolle. "Bernd Lucke plant keine Befragung der Mitglieder", sagte der Sprecher. "Auch die Geschäftsstelle hat keinen Auftrag, irgendetwas in dieser Art vorzubereiten."

(xity, AFP)


Copyright 2019 © Xity Online GmbH