26.10.2020 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Ärztepräsident Montgomery: Ebola wurde unterschätzt

Ärztepräsident Montgomery: Ebola wurde unterschätzt

"Es wurde nicht schnell genug reagiert"

Der Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery hat Regierung, Wissenschaft und Hilfsorganisationen vorgeworfen, die Ebola-Seuche in Afrika unterschätzt zu haben.

Berlin - "Es wurde auf die Ebola-Krise nicht schnell genug reagiert", sagte der Präsident der Bundesärztekammer in der "Rheinischen Post". "Diesen Vorwurf mache ich aber nicht der Regierung allein, sondern uns allen." Auch die wissenschaftliche Gemeinschaft und die Hilfsorganisationen hätten die Ausbreitung von Ebola unterschätzt.

"Wir haben alle die Dramatik dieser Krise unterschätzt", sagte Montgomery. "Als die Krise in ihrer ganzen Dimension erkannt war, hat die Regierung gut reagiert." Die Dynamik der Ausbreitung sei auch deshalb falsch eingeschätzt worden, weil sich niemand habe vorstellen können, wie desolat die Situation der Gesundheitsversorgung in den betroffenen Staaten sei.

Montgomery forderte zugleich eine "weltweite Initiative", um die Bevölkerung in den betroffenen Regionen zu impfen. "Solche Landstriche entvölkernde Krankheiten lassen sich nur mit Impfungen beseitigen", sagte der Ärztepräsident.

In Westafrika wütet seit fast eineinhalb Jahren eine Ebola-Epidemie. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO sind bereits mehr als 10.000 Menschen daran gestorben, 25.000 haben sich angesteckt.

(xity, AFP)


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