Ärzte: Unternehmen bei Doping für den Job gefordert

Montgomery: Arbeitswelt muss den Menschen anpassen

Angesichts der zunehmenden Zahl von Arbeitnehmern, die Dopingmittel gegen Stress im Job nehmen, fordert Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery die Arbeitgeber zum Handeln auf.

Berlin - "Wenn Arbeit krank macht, liegt das meist an chronischer Überforderung und chronischem Stress", sagte der Präsident der Bundesärztekammer der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Dies fällt in die Verantwortung und Fürsorgepflicht von Arbeitgebern."

Auswirkungen des Dauerstresses seien ernsthafte psychische und psychosomatische Krankheiten wie Depressionen, Angststörungen, Rückenschmerzen, Tinnitus oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, warnte Montgomery. Auch Zeit- und Leistungsdruck sowie Stress durch ständige Erreichbarkeit könnten krank machen. "Es wird höchste Zeit, dass die Arbeitgeber erkennen, dass sich die Arbeitswelt wieder den Menschen anpassen muss, statt vorrangig Renditeerwartungen zu erfüllen."

Knapp drei Millionen Menschen in Deutschland haben schon einmal verschreibungspflichtige Pillen geschluckt, um am Arbeitsplatz leistungsfähiger zu sein, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie der Krankenkasse DAK-Gesundheit hervorgeht. Der Anteil der sich aufputschenden Beschäftigten stieg demnach binnen sechs Jahren von 4,7 auf 6,7 Prozent.

(xity, AFP)