Ärzte ohne Grenzen kritisiert Maßnahmen bei Ebola-Hilfen

Vorsitzender: Bundesregierung hat Warnungen ignoriert

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hat die Hilfsmaßnahmen der Bundesregierung im Kampf gegen die Ebola-Epidemie als zu wenig und zu langsam kritisiert.

Berlin - Die Regierung habe seit Juni Warnungen der Organisation ignoriert, sagte deren Vorsitzender Tankred Stöbe in der Sendung "Das Duell" von n-tv. "Wenn wir sagen, dass eine Epidemie außer Kontrolle ist: Das sagen wir wirklich nur, wenn wir ganz handfeste Daten vor Ort haben", hob Stöbe hervor.

Er wies darauf hin, vor Ort würden mehr Personal und mehr medizinische Hilfsgüter gebraucht. Andere Krankheiten wären deutlich komplexer zu behandeln als Ebola. "Das ist eigentlich einfache Medizin - sie muss nur angewendet werden in den Ländern vor Ort", sagte Stöbe weiter.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach räumte in derselben Sendung ein, die Bundesregierung habe die Epidemie lange unterschätzt. Sie habe sich auf die Angaben der Weltgesundheitsorganisation verlassen, die noch Anfang August gesagt habe, Ebola sei unter Kontrolle.

Lauterbach kritisierte zudem die technischen Probleme bei der Bundeswehr als "unangenehm und peinlich". Im Hinblick auf die Transportmaschine mit Hilfsgütern für die Ebola-Region, die am Montag auf Gran Canaria liegen geblieben war, sowie weitere technische Pannen, sagte der SPD-Politiker, dass Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) "hier richtig aufwachen muss". Sie müsse die Probleme jetzt konstruktiv angehen.

(xity, AFP)