12.12.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Ärzte in Stadt und Land weiter ungerecht verteilt

Ärzte in Stadt und Land weiter ungerecht verteilt

Studie sieht keine Verbesserung trotz neuem Gesetz

Auf dem Land fehlt es weiterhin an niedergelassenen Ärzten.

Berlin - Zu diesem Schluss kommt eine in Gütersloh veröffentlichte Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung. Auch das sogenannte Landärztegesetz von 2012, mit dem vor allem der Ärztemangel in dünn besiedelten Gebieten bekämpft werden sollte, ändere wenig an der ungleichen kritisierten Verteilung von Haus- und Fachärzten in Stadt und Land. Zusätzlich verschärfen sich laut der Studie die Unterschiede zwischen neuen und alten Bundesländern.

Zwar führt die neue Planung zu einer Verbesserung bei der Versorgung mit Hausärzten. Allerdings sind Stadtbewohner mit Kinderärzten, Frauenärzten und Augenärzten nach wie vor besser versorgt. Weiterhin praktiziert der Studie zufolge etwa ein Drittel dieser Fachärzte in Großstädten, obwohl hier nur ein Viertel der Bevölkerung lebt. Beispielsweise kommen auf einen Kinderarzt in der Stadt derzeit 2405 Kinder, während ein Kollege auf dem Land für 3859 kleine Patienten zuständig ist.

Mit dem vor zwei Jahren in Kraft getretenen Versorgungsstrukturgesetz wurde die Bedarfsplanung neu geregelt. Die Verteilung der Hausärzte sollte damit stärker lokal und regional gesteuert werden. Auch mehrere tausend neue Hausarzt-Zulassungen sollten vergeben werden.

Bei der Hausärzteverteilung führt die neue Planung den Zahlen zufolge zwar zu einer Verbesserung, dennoch bleibt mehr als die Hälfte der Landkreise unzureichend versorgt. Bei den Kinderärzten droht sich die Schieflage laut Studie sogar auszuweiten. Statt derzeit 14 wären künftig 38 Kreise deutlich unterdurchschnittlich mit Kinderärzten versorgt, während die Zahl der überdurchschnittlich versorgten Kreise von 15 auf 23 steigt. Ähnliche Diskrepanzen gebe es bei Frauen- und Augenärzten.

(xity, AFP)


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