Ältere Privatversicherte wechseln häufiger in Tarife mit geringeren Leistungen

Viele Menschen können steigende Beiträge nicht mehr aufbringen

Immer mehr ältere Mitglieder der privaten Krankenversicherungen wechseln in günstigere Tarife mit einem geringeren Leistungsumfang, weil sie sich die immer höheren Beiträge nicht leisten können.

Berlin - Binnen fünf Jahren sei die Zahl der nur noch im Basis- und Standardtarif Versicherten um fast ein Viertel auf knapp 75.000 gestiegen, berichtete die "Frankfurter Rundschau" am Dienstag unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen. Beim größten Teil dieser Versicherten handle es sich um Rentner oder Pensionäre.

Dem Bericht zufolge falle es den im Ruhestand lebenden älteren Versicherten schwer, die teilweise kräftig steigenden Beiträge für ihre private Krankenversicherung aufzubringen. Basis- und Standardtarife seien vom Leistungsumfang auf das Niveau der gesetzlichen Krankenkassen abgesenkt, in einigen Bereichen sogar darunter.

Auch zwei weitere Zahlen würden dafür sprechen, dass die Zahl der Privatversicherten mit Zahlungsschwierigkeiten steige. So habe sich die Zahl der als hilfebedürftig geltenden Versicherten, die nur noch den halben Basistarif zahlen müssen, zwischen den Jahren 2009 und 2016 auf 16.500 fast vervierfacht. Seit dem Jahr 2013 habe sich außerdem die Zahl der im Notlagentarif Versicherten Menschen von 94.000 auf 114.000 erhöht. Diese Menschen bekommen nur noch eine Akutbehandlung, ihre Beiträge liegen bei bis zu 102 Euro pro Monat.

(xity, AFP)