A40: Mehrarbeiten verzögern Fertigstellung

Unvorhergesehene Arbeiten am Westkreuz

Weil auf der Zielgeraden unvorhergesehene Arbeiten zu erledigen sind, wird das neue Bochumer Westkreuz nicht zum Ende des Jahres fertig.

Bochum - Suche nach Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg entpuppte sich aufwändiger als gedacht, Bergbausanierungen haben den Bauablauf für die neuen Gleise an der Wattenscheider Straße durcheinandergewirbelt und beim Errichten einer Stützwand nördlich der A40 sind Betonflächen in der Erde gefunden worden, die erst beseitigt werden mussten. Weil die letzten Arbeiten auf der A40 zudem abhängig vom Wetter sind und man jetzt in die Schlechtwetterperiode gerät, kann auch nicht gesagt werden, wann die letzten 50.000 Quadratmeter Fahrbahn verlegt werden können. Für den Einbau des leisen "offenporigen Asphalts" werden fünf trockene Tage bei mindestens acht Grad Celsius benötigt.

1.000 Meter lang und bis zu sieben Meter hoch soll die Lärmschutzwand werden, die künftig die Anwohner der A40 schützen soll. Dafür mussten umfangreiche Bohrungen nach Kampfmitteln stattfinden. Bei sechs Bohrungen hatte man einen "Verdacht" und musste deswegen zusätzliche Bohrungen vornehmen. Bei weiteren 26 Bohrungen traten Hindernisse im Boden auf, sodass der Bohrer nicht tiefer als 5,50 Meter in den Boden dringen konnte. Daher musste zusätzlich gebaggert werden, um sämtliche Gefahren auszuschließen.

Durch die Verzögerungen bei den aufwändigen Bergbausanierungen an der Wattenscheider Straße passte der ursprünglich geplante Bauablauf nicht mehr. Als die Gleise für die Straßenbahn schließlich verlegt werden konnten, waren die Maschinen zeitweise nicht verfügbar. Von den wegen der besonderen Spurbreiten benötigten "Gleisstopfmaschinen" gibt es in Deutschland nur zwei Modelle. Die Arbeiten am Gleis in Richtung Wattenscheid dauern noch bis Ende November.
Zwischen dem alten Bauwerk "Wattenscheider Straße" und dem Überführungsbauwerk vom Bochumer Außenring muss eine neue Stützwand gebaut werden. In diesem Bereich waren vor einigen Wochen mit Draht bewehrte Betonflächen gefunden worden, die in keinen Bestandsunterlagen zuvor zu finden waren. Erst als der Verkehr auf die südliche Fahrbahn der neuen A40 verlegt wurde, konnten diese Betonflächen beseitigt werden. Daraus ergaben sich ebenfalls zeitliche Verzögerungen. Heute vermuten die Experten, dass die Betonflächen der Bergbausicherung gedient haben.

Neben den restlichen Asphaltarbeiten müssen zur Fertigstellung des Westkreuzes noch die Fahrbahnen markiert werden. Auch dazu müssen die Straßen trocken sein. Dann fehlen noch die Schutzplanken und die Beschilderung.

Seit 2009 arbeitet Straßen.NRW in diesem Bereich am sechsstreifigen Ausbau der A40 und dem Neubau des Bochumer Autobahnkreuzes. Inklusive des Brückenbaus werden hier 60 Millionen Euro aus Bundesmitteln investiert.


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