Wirtschaftsweiser fordert Entlastung gegen Lohn-Preis-Spirale

Effekt wird derzeit noch abgemildert

Der Ökonom und Wirtschaftsweise Achim Truger hat weitere Entlastungspakete zur Abwendung einer drohenden Lohn-Preis-Spirale gefordert.

Berlin - In den bisherigen Tarifabschlüssen sei zwar "noch kein übermäßiges Lohnwachstum zu sehen", sagte er den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland vom Donnerstag. Das liege aber an den Entlastungspaketen der Regierung, die teilweise die inflationsbedingten Einkommensverluste privater Haushalte kompensierten.

Eine Lohn-Preis-Spirale definiert den wechselseitigen Zusammenhang zwischen dem Anstieg der Löhne aufgrund von Preiserhöhungen und wiederum dem Anstieg der Preise aufgrund gestiegener Löhne. Gewerkschaften werden bei einer hohen Inflation Lohnzuwächse einfordern - die Unternehmen wiederum haben dann höhere Kosten und ziehen das als Begründung für steigende Preise heran, weil sie die Belastungen weitergeben.

Durch die beschlossenen Entlastungen für Bürgerinnen und Bürger werde "etwas Druck aus den Lohnverhandlungen genommen", sagte Truger. "Weitere Entlastungsmaßnahmen könnten diesen Effekt verstärken." Dies sei unter anderem auch deshalb nötig, "um den sozialen Frieden angesichts der äußeren Bedrohungslage aufrecht zu erhalten", sagte der Wirtschaftswissenschaftler.

Am Donnerstag berät die Europäische Zentralbank (EZB) über ihre künftige Geldpolitik. Sie steht angesichts der immensen Inflation von zuletzt 7,3 Prozent steht die EZB unter Druck, Zinserhöhungen zumindest in Aussicht zu stellen.

(xity, AFP)