16.06.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Wähler bestimmen ihre Abgeordneten im Europaparlament

Wähler bestimmen ihre Abgeordneten im Europaparlament

Wahl hat auch bundespolitische Bedeutung

Die Wähler in Deutschland bestimmen am Sonntag ihre Abgeordneten im Europaparlament neu.

Berlin - Rund 64,8 Millionen Wahlberechtigte sind seit 08.00 Uhr aufgerufen, ihre Stimme abzugeben - unter ihnen sind knapp vier Millionen Bürger anderer EU-Staaten. Insgesamt 41 Parteien und politische Vereinigungen werben um ihre Stimmen.

Der Wahl kommt Bedeutung auch als Stimmungstest für die Bundespolitik zu. Nach letzten Umfragen müssen sich die Parteien der Großen Koalition auf deutliche Verluste einstellen, Union und SPD könnten ihr schlechtestes Ergebnis bislang bei Europawahlen einfahren.

Die Grünen steuern auf ein Rekordergebnis zu und könnten zweitstärkste Partei werden, auch die AfD dürfte stärker abschneiden als bei der Wahl 2014. FDP und Linkspartei dürften abermals im einstelligen Bereich bleiben. Da es keine Sperrklausel gibt, werden voraussichtlich erneut auch Kleinstparteien Mandate im EU-Parlament gewinnen.

Die Unionsparteien sind mit dem Spitzenkandidaten Manfred Weber (CSU) in die Wahl gezogen. Er ist zugleich der europaweite Spitzenkandidat der Europäischen Volkspartei (EVP) und strebt die Nachfolge von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker an. Dies ist das wichtigste Amt, das die EU zu vergeben hat.

Sollte Weber sein Ziel erreichen, wäre er der erste Deutsche auf diesem Posten seit Walter Hallstein, der zwischen 1958 und 1967 Kommissionspräsident der damaligen Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft war.

Nationale Spitzenkandidatin der SPD ist die bisherige Bundesjustizministerin Katarina Barley. Ihr Ministeramt wird neu besetzt werden müssen. Meinungsumfragen lassen massive Stimmenverluste der Sozialdemokraten erwarten, sie könnten hinter Union und Grünen auf Platz drei fallen.

Ein schlechtes Abschneiden könnte in der Partei eine neue Debatte über den Verbleib in der Großen Koalition und über die Führungsqualitäten von Partei- und Fraktionschefin Andrea Nahles auslösen.

Die AfD kann letzten Umfragen zufolge mit etwa zwölf Prozent der Stimmen rechnen. Europaweit dürften Rechtspopulisten bei der Wahl zum Europaparlament zulegen.

Deutschland entsendet 96 Abgeordnete in das 751 Mitglieder umfassende Europaparlament. Gegen 15.30 Uhr will der Bundeswahlleiter einen Zwischenstand zur Wahlbeteiligung vorlegen. Diese lag bei der letzten Europawahl 2014 mit 48,1 Prozent deutlich über jener der Wahl 2009 mit 43,3 Prozent.

(xity, AFP)


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