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Vernissage zur Ausstellung "Bon à tirer"

Maxhaus zeigt Holz- und Kartonschnitte

Am Freitag, 8. November 2019, lädt das Maxhaus um 19:00 Uhr zur Vernissage der neuen Ausstellung "Bon à tirer - Holz- und Kartonschnitte" ein.

Düsseldorf - Im Mittelpunkt stehen Werke der beiden Künstler Michael Falkenstein und Hans-Jürgen Söffker. Der Titel der Ausstellung bedeutet „Druckfreigabe“ und verweist bereits darauf, worum es in dieser Ausstellung geht. Beide Künstler konzentrieren sich auf den „Druck“. Ein Fokus rein auf die gängige Bezeichnung der „Druckgrafik“ wird den Künstlern nicht gerecht: Michael Falkenstein und Hans-Jürgen Söffker ist nämlich ein ungewöhnlicher Zugriff auf das Thema „Drucken“ zu eigen. Michael Falkenstein hebt sogar die übliche Hierarchie auf: die Druckplatte „dient“ hier nicht nur, sie ist genauso Teil der Kunstwerke und wird darum hier auch gezeigt. Zusammen mit Hans-Jürgen Söffkers „Drucken in 3D“ entfaltet sich der tiefere Sinn des Titels „Bon à tirer“, denn der Druck als vordefiniertes technisches Verfahren wird hier tatsächlich freigegeben. Der Eintritt zur Vernissage wie auch zur Ausstellung ist frei. 

Michael Falkenstein, der bei Konrad Klapheck studierte, sagt, er sei „ein Maler, der Holzschnitte macht“. Er hat lange Zeit Bilder gemalt, bis er merkte, dass ihm die Farbe auf der Leinwand keinen ausreichenden Widerstand bot. Zudem führte ihn die Malerei immer weiter ins Ungegenständliche, was ihm letztlich missfiel. Erst das Schneiden ins Holz verschafft ihm den benötigten Widerstand. Seine seriellen Arbeiten sind thematisch weit gefächert: Wasserfälle, modulare Synthesizer oder Portraits versetzen den Betrachter in eine menschenleere Natur, in die Mitte einer technisierten, urbanen Musikszene oder in die Gesichtsfurchen eines Zeitgenossen. Trotz der aufwendigen Schnitzarbeit bei der Herstellung der Druckplatten druckt Falkenstein in der Regel nur dreimal von jedem Stock. Da es sich dabei um Handabzüge handelt, könnte man sie als „gedruckte Unikate“ bezeichnen.

Hans-Jürgen Söffker druckt von beschnitzten Kartonplatten und fügt die Abzüge auf verschiedenfarbigen Papieren zu Collagen zusammen. Neben seiner Serie „Um sieben kommt die Müllabfuhr“ ist im Maxhaus erstmals seine Bildfolge „Grafiken zu den Pavillions der zufälligen und beiläufigen inneren Sammlung“ zu sehen. Söffker befragt in seinen Bildern sehr konkret das menschliche Tun. Was ist ausschließlich menschlich, unterscheidet ihn von der Natur? Er verweist auf den Menschen als müllproduzierendes, maschinenbedienendes Wesen. Maschinen durchziehen sein gesamtes Œuvre. Dabei ist er durchaus fasziniert von diesen menschengemachten, absurden Wesen. In Form von Müllautos, in den Fensternischen zu sehen, überführt er die Druckwerke sogar in den dreidimensionalen Raum. Was den Menschen aber auch von der Natur abhebt, ist sein Bedürfnis nach Kontemplation. Davon handelt seine neue Serie.

Michael Falkenstein studierte an der Kunstakademie Düsseldorf und ist seit 2008 Dozent für Druckgrafik. Auch Hans-Jürgen Söffker arbeitet seit 2017 als Dozent für Druckgrafik. Beide Künstler hatten in den letzten Jahren verschiedene Ausstellungen in Deutschland und im Ausland.


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