Verbesserungen für Verkehrsteilnehmer gesucht

Stadt Krefeld nimmt Mobilität in den Blick

Die Stadt Krefeld wird in den kommenden Jahren intensiv an der Verbesserung der Mobilität arbeiten und will dabei alle Verkehrsteilnehmer gleichermaßen in den Blick nehmen.

Krefeld - Sowohl die Fußgänger und Radfahrer als auch die Autofahrer und Nutzer von Bus und Bahn. Das dazu vor zwei Jahren gestartete „Mobilitätskonzept 2030+" steht vor dem Abschluss und wird in Kürze politisch beraten. Einige Ergebnisse müssen noch vom Expertenbeirat begutachtet werden, ehe das Konzept der Politik voraussichtlich in der April-Sitzung des Planungsausschusses vorgelegt werden kann. Die Beschlussfassung ist dort, ebenso wie im Krefelder Stadtrat, für Mai vorgesehen.

Es habe zwar in der Phase der Corona-Pandemie einige Verschiebungen in der Zeitachse gegeben, erläutert Krefelds Planungsdezernent Marcus Beyer: „So hatte sich bezüglich der Vertiefungsbereiche Innenstadt, Hafen, Hüls und Fischeln ein höherer Abstimmungsaufwand ergeben als ursprünglich erwartet. Mittlerweile sind wir aber auf einem guten Weg. Derzeit läuft die abschließende Prüfung des Handlungskonzeptes durch die Verwaltung." Mit dem Mobilitätskonzept der Stadt Krefeld soll die zukünftige verkehrliche Entwicklung in der Stadt erarbeitet werden. Das Konzept berücksichtigt alle Verkehrsmittel, Verkehrszwecke und Verkehrsnetze innerorts, aber auch über die Grenzen Krefelds hinweg.

Zahlreiche Maßnahmen, die stellenweise auch im Mobilitätskonzept formuliert worden sind, hat die Stadtverwaltung unterdessen in den vergangenen Jahren schon umgesetzt, um kurzfristige Verbesserungen für die Bürger zu erreichen. So kann die Stadtverwaltung auf viele positive Entwicklungen verweisen, die das Radfahren in Krefeld attraktiver machen. Im Herbst 2020 sind in Krefeld auf dem gesamten Stadtgebiet zusätzlich zu den 17 bestehenden Fahrradstraßen 14 weitere Fahrradstraßen installiert worden. Von den Bürgern gibt es zahlreiche positive Reaktionen. Auf bestimmten Strecken sind Radwege außerdem besser gekennzeichnet oder ausgebessert worden.

So sind aus Mitteln des Kommunalinvestitionsförderungsgesetzes zahlreiche Hauptradwegestrecken saniert und verbreitert worden, wie die Werner-Voß-Straße, die Schütenhofstraße, der Steeger Dyk, die Gatherhofstraße, der Kirschkamper Weg, die Bataverstraße, die Hentrichstraße und die Hafenstraße. Als Leuchtturmprojekt richtet Krefeld derzeit die „Fahrradpromenade" ein. Teilweise über den Dächern der Stadt werden die Bürger auf alten Bahntrassen auf der Promenade auf einer Länge von 16,5 Kilometern von Forstwald ganz im Westen bis nach Uerdingen ganz im Osten fahren können. Das Herzstück der Promenade ist ein bahnbegleitender Radweg mit zusätzlichem Fußweg in zentrumsnaher Hochlage. „Im April eröffnen wir das nächste Teilstück", kündigt Marcus Beyer an.

Es gibt weitere Verbesserungen für Radfahrer: Schon jetzt hat Krefeld eine Radstation am Hauptbahnhof, betrieben von der Diakonie, an der auch Räder ausgeliehen werden können. Dieses Angebot soll mit einer neuen Mobilitätszentrale am Südausgang des Hauptbahnhofs noch einmal vergrößert und die Angebotspalette erweitern werden. Auch die Möglichkeiten zum sicheren Abstellen von Fahrädern sind durch Fahrradboxen im Bereich von Bahnhöfen und ÖPNV-Haltepunkten stark gestiegen. Hier erfolgt ein weiterer Ausbau. Alle diese Maßnahmen werden auch dazu beitragen, dass man in Krefeld als Radfahrer sicherer und komfortabler unterwegs ist, seine Ziele direkter erreicht, eine gute Wegweisung erhält und somit die Nutzerfreundlichkeit und der Nutzungsgrad der städtischen Radwege steigt. Die Stadtverwaltung will durch diese und weitere Maßnahmen den Radverkehrsanteil in Krefeld von 21 Prozent in 2017 auf 30 Prozent in 2030 steigern.

Nicht nur für Radfahrer, auch für Fußgänger sollen Optimierungen erreicht werden. Im Herbst 2020 erst hat im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche in Krefeld ein Fußverkehrscheck stattgefunden. Angeleitet von Patrick Riskowsky vom Verein FUSS haben zahlreiche Akteure gemeinsam zu Fuß eine circa 2,5 Kilometer lange Route durch Krefeld absolviert. Erkenntnisse aus diesen und anderen Begehungen fließen in den Maßnahmenkatalog der Stadt Krefeld ein. In Krefeld liegt der Fußverkehrsanteil laut Mobilitätsbefragung 2017 bei 15 Prozent. Auch hier hat sich Krefeld bereits auf den Weg gemacht, Verbesserungen zu erreichen. So ist im Herbst in der Innenstadt die Fußgängerzone rund um die Alte Kirche in Richtung Westen erweitert worden. In der Innenstadt ist stark an der Barrierefreiheit für Fußgänger gearbeitet worden, etwa durch Absenkung von Bordsteinen und Einbau von taktilem Pflaster.

„Eine wichtige Maßnahme in Sachen Fußgängerfreundlichkeit ist auch das Projekt Krefelder Fairkehr, das mehr Sicherheit für Kinder im Straßenverkehr schafft. Diese starke Partnerschaft von Polizei, Verkehrswacht und Stadt hat Vorbildcharakter weit über Krefeld hinaus", sagt Marcus Beyer. Krefeld werde das Projekt Fairkehr bald auch gemeinsam mit der Universität Wuppertal wissenschaftlich untersuchen lassen, kündigt er an.

Mit dem Angebot im ÖPNV, das zeigen auch aktuelle Studien, sind viele Krefelder schon jetzt zufrieden. Krefeld kann mit seinem Mobilitätsanbieter SWKmobil der Stadtwerke Krefeld ein eigenes Straßenbahnnetz mit vier eigenen Linien sowie 23 Buslinien stadtweit anbieten. „Hier könnte sich positiv auswirken, dass die Anbindung Krefelds durch eine neue Straßenbahnanbindung über die U76 und die U81 perspektivisch verbessert werden", sagt Marcus Beyer. Er verweist auch auf den Nahverkehrsplan, der aktuell fortgeschrieben wird. Dabei ist die Beteiligung der Bürger wieder ausdrücklich erwünscht. Mit dem On-Demand-Angebot „mein SWCAR", den SWK-KRuisern und den mittlerweile 14 Car-Sharing- Stationen, an denen auch elektrisch geladen werden kann, baut Krefeld sein Mobilitätsangebot dabei sukzessive aus.