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Tag gegen den Rassismus am 21. März 2022

Pflanzung von 10+1 Bäumen gegen Rassismus

Der Integrationsrat Düsseldorf hatte bereits 2020 beschlossen, sich an der Aktion des Landesintegrationsrates "10+1 Bäume" zu beteiligen. Anlässlich des Tages gegen den Rassismus am 21. März 2022 fand nun die Pflanzaktion der 11 Bäume statt.

Tag gegen den Rassismus am 21. März 2022

Düsseldorf - Mit der Kampagne "10+1 Bäume für die Opfer des NSU" rufen der Landesintegrationsrat NRW und die kommunalen Integrationsräte die Städte NRWs dazu auf, ihrer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe für ein vielfältiges, friedliches und gleichberechtigtes Zusammenleben nachzukommen und einen Erinnerungsort zu errichten. Dabei sollen in jeder Kommune elf neue Bäume angepflanzt werden. Die Zahl elf ergibt sich aus zehn Bäumen für die zehn Opfer des NSU und einem Baum für alle anderen, zum Teil unbekannten Opfer, rassistischer Angriffe. Eine Gedenktafel soll über die Bedeutung des Mahnmals aufklären. Gleichzeitig soll der Erinnerungsort ein starkes Signal des Widerstands gegen den rechtsextremistischen Terror senden.

Anlass für die Kampagne ist das Absägen des Gedenkbaums für NSU-Opfer Enver Şimşek in Zwickau. In der Vergangenheit wurden immer wieder die Erinnerungsstätten für die Opfer der Terrorvereinigung Nationalsozialistischer Untergrund (NSU), Enver Şimşek, Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü, Habil Kılıç, Mehmet Turgut, İsmail Yaşar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubaşık, Halit Yozgat, Michèle Kiesewetter, geschändet bzw. zerstört.

Der Gedenkhain am nordwestlichen Rand des Nordparks mit einer Baumpflanzung aus 10 + 1 Bäumen wird zum Erinnerungsort für die Opfer des rassistischen Terrors. Eine Gruppe aus 11 unterschiedlichen Baumarten symbolisiert die Individualität der einzelnen Schicksale der Betroffenen. Die Standortwahl steht in einem bewussten spannungsvollen Verhältnis zur Historie des Nordparks.

Der Nordpark geht zurück auf die “Reichsausstellung Schaffendes Volk”, die im Jahr 1937 auf Veranlassung durch die Nationalsozialisten in Düsseldorf veranstaltet wurde. Das im Rahmen der Propaganda-Ausstellung - maßgeblich eine großangelegte Industrie- und Werkstoffschau - gestaltete Gartengelände wird durch eine großzügige Längsachse, mehrere Querachsen sowie einzelne thematische Gartenbereiche geprägt. Nach dem Krieg war der Nordpark zunächst vom britischen Militär beschlagnahmt worden. In vielen kleinen Schritten wurde er der Stadt ab 1953 zurückgegeben. Ab Mitte der 1950er Jahre sind unter Beibehaltung der Gesamtkonzeption neue Inhalte mit vielseitigen Angeboten für Freizeit und Erholung im Grünen und  Spieleinrichtungen für Kinder hinzugefügt worden. Seit 1986 steht der Nordpark als Gartendenkmal unter Schutz.

Der gewählte Standort befindet sich außerhalb der Denkmalgrenze in einem Parkteil, der durch weite Rasenflächen und locker gestreute Baumgruppen bestimmt wird. Insofern fügt sich die hainartige Pflanzung der 11 Bäume harmonisch in die Umgebung ein; ist jedoch aufgrund der räumlichen Anordnung sowie der beabsichtigten Aufstellung einer Gedenkstele am Rand des entlang führenden Weges als besonderer Ort ablesbar.


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