17.12.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Tabaluga auf der großen Leinwand

Tabaluga auf der großen Leinwand

Kinoabenteuer mit vielen Schwächen

Seit Jahrzehnten ist Tabaluga Gast in vielen deutschen Kinderzimmern. Den Weg auf die Leinwand hätte man dem Drachen allerdings ersparen sollen.

Düsseldorf - Grünland: hier lebt Tabaluga (Stimme: Wincent Weiss) gemeinsam mit seinem besten Freund, dem Marienkäfer Bully (Stimme: Michael "Bully" Herbig) und seinem (Raben-)Ziehvater Kolk (Stimme: Rufus Beck). Die Welt ist in Ordnung für den kleinen Drachen und seine Freunde, doch eine eisige Bedrohung naht: Arktos (Stimme: Heinz Hoenig), fieser Schneemann und kein Freund von Tabaluga, will Grünland vereisen! Das kann Tabaluga natürlich nicht zulassen. Als er erfährt, dass Arktos für den Tod seiner Eltern verantwortlich ist, macht sich der Drache auf, um dem Schneemann die Stirn zu bieten.

Die Geschichten von Tabaluga und seinen Freunden hatten von Anfang an immer eine vergleichsweise komplexe und emotionale Botschaft, die trotzdem kindgerecht verarbeitet war. Genau das macht den Charme der Abenteuer aus. Besonders war außerdem, dass das geflügelte Fabelwesen nicht in Schwarz und Weiß urteilt - ganz im Gegenteil: Gefühle, Freundschaft, Zusammenhalt und Liebe sind die zentralen Themen, die Tabaluga ausgemacht haben, ohne zu sehr zu werten. Bis zu diesem Film. Denn gerade die Emotionalität fehlt hier nahezu vollkommen.

Schon der Einstieg ist speziell für kleinere Kinder wirklich harter Tobak und eindeutig zu plakativ. Was folgt, ist leider eine 0815-Geschichte, die nur noch sehr wenig von dem früheren Tabaluga-Zauber hat. Statt zu reflektieren und gerade diese Stärke auszuspielen, rutscht "Tabaluga - Der Film" ab in Richtung Belanglosigkeit und erzählt eine Geschichte, die eben genau das ist, wogegen sich die Autoren über Jahrzehnte entschieden haben: eine Einteilung in Schwarz und Weiß. Auf der einen Seite der zuckersüße und herzensgute Tabaluga und auf der anderen der fiese und beinahe skrupellose Arktos.

Lieblos in der Charakterzeichnung wabert der Kinderfilm bis zum offensichtlichen Gut-gegen-Böse-Showdown vor sich hin und übermittelt kaum eine Botschaft. Dabei wäre ein wenig Feinfühligkeit genau richtig gewesen. Gerade für die jüngeren Zuschauer. Aber man setzt lieber auf eine quietschbunte, nicht besonders hübsch anzusehende Animation, die kaum überzeugen kann.

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