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Stadtmuseum zeigt Werke von Richard Reisen

Ausstellung zum Übergangsheim Schiessstraße

Das Stadtmuseum präsentiert ab Freitag, 17. Juli 2020, unter dem Titel "Übergangsheim Schiessstraße - Fotografien zwischen Flur und Pforte von Richard Reisen" eine fotografische Ausstellung.

Düsseldorf - 1989 arbeitete Richard Reisen für mehrere Monate als Wachmann im Übergangsheim Schiessstraße 5 in Düsseldorf-Heerdt. Bei Tag und Nacht entstanden fotografische Momentaufnahmen von der Pforte, auf den Fluren, vor der Tür, in Zimmern und in den Gemeinschaftsküchen. Als Wachmann war er Teil des fotografierten Systems, und dennoch konnte er Menschen, Situationen, Gegenstände so aufnehmen, als hätte er sie vorher nie gesehen.

Heute wirken diese Bilder fremd und nah zugleich: Flucht und Migration ist immer noch ein aktuelles Thema. Und doch sind die Bilder so alt, dass vieles auf ihnen als Geschichte erscheint. Da sind die handschriftlichen Eintragungen in ein Besucherbuch, da sind die altmodischen Schiebefenster, der Zigarettenautomat – und überhaupt das Rauchen in allen Zimmern.

Trotzdem gib es auch Motive, die zeitlos wirken: das Porträt neben einem Auto, das stolze Sitzen auf dem eigenen Fahrrad, das aufwändige Kochen an einer viel zu kleinen Herdplatte, das Warten neben der laufenden Waschmaschine. Auch die Autobahn vor der Terrasse ist geblieben samt Aussicht darauf aus den Zimmern und vom Balkon. Wichtiges Motiv ist das Überbrücken von Zeit, beim Haareschneiden, Rauchen, Telefonieren, Herumhängen.

Der Blick von Richard Reisen ist von Neugier geprägt, von Selbstvergewisserung der Doppelrolle in Arbeit und Reportage. Die Ausstellung wird noch bis zum bis 30. August 2020 präsentiert.


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