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Sonia Ben Hedia gewinnt den drupa-Preis 2019

Düsseldorferin für Forschungsarbeit ausgezeichnet

Mit ihrer Doktorarbeit hat Sonia Ben Hedia herausgefunden, wie affigierte Wörter im Gehirn verarbeitet und gespeichert werden. Damit hat die Düsseldorfer Sprachwissenschaftlerin eine Wissenslücke geschlossen.

Düsseldorf - Für ihre Dissertation mit dem Titel „Gemination and degemination in English affixation: Investigating the interplay between Morphology, Phonology and Phonetics“ wurde sie nun mit dem diesjährigen drupa-Preis der Messe Düsseldorf ausgezeichnet. Womit sie sich in ihrer Doktorarbeit beschäftigt, wusste Sonia Ben Hedia zu Beginn selbst nicht so recht.

Die 30-Jährige widmet sich darin den Doppelkonsonanten, so genannten Geminationen, in Kombination mit affigierten Wörtern – also Wörter, die durch ein Affix ergänzt werden. "Ich musste mich auch erst einmal an dieses Thema heranwagen", erklärt Sonia Ben Hedia. "Weil das natürlich nichts ist, wo man denkt 'Oh, ich wollte schon immer mal Geminationen untersuchen.'"

Was so sperrig klingt, ist in der Praxis wohl deutlich einfacher zu verstehen: Beispielsweise kann aus dem Wort „natürlich“ durch Anfügen des Elements "un" die Bedeutung in "unnatürlich" geändert werden. Der dadurch entstehende Doppelkonsonant "nn" wird je nach Wort mal schnell und mal langsam gesprochen. In ihrer Forschungsarbeit legte die Preisträgerin einen Fokus auf genau diese Fragestellung – also in welchen Fällen dieser Konsonant schnell oder langsam ausgesprochen wird. "Im Grunde genommen wird ein Doppelkonsonant lange ausgesprochen, wenn das Affix – also die Bedeutungseinheit – sehr viel Informationen enthält", erklärt Ben Hedia. "Also Sie können sich das so vorstellen: Alles, was wichtig ist, möchte ich, dass mein Zuhörer versteht. Deswegen spreche ich es auch lang aus."

Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit lag darin, wie diese Wörter im menschlichen Gehirn gespeichert und zusammengesetzt werden. Um das herauszufinden, hat sich Sonia Ben Hedia mehrere tausend gesprochene Sätze angehört und analysiert, wie das Gehirn diese Informationen verarbeitet. "Es ist ein komplexes Thema und sie ist sicherlich ausgezeichnet worden aufgrund ihrer Akribie und auch Genauigkeit, mit der sie diese Dinge analysiert und auch strukturiert hervorgebracht hat," so Sabine Geldermann, Director drupa. "Ich glaube, das war dann am Ende des Tages auch ausschlaggebend für die Jury, sie zu nominieren."

Der drupa-Preis wird jährlich von der Messe Düsseldorf vergeben und ist mit 6.000 Euro dotiert. Er richtet sich an Doktorarbeiten, die an der Philosophischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität erstellt wurden.


Sonia Ben Hedia gewinnt den drupa-Preis 2019
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