Seehofer fordert weniger Zuschauer in EM-Stadien

Bundesinnenminister nennt Auslastung von 20 Prozent der Plätze als Maßstab

Bundesinnenminister Seehofer (CSU) hat an die britische Regierung und den europäischen Fußballverband Uefa appelliert, die Zuschauerzahlen bei den Spielen der Fußball-Europameisterschaft zu reduzieren.

Berlin - "Ich halte es für unverantwortlich, wenn in Ländern, die als Virusvariantengebiet der hoch ansteckenden Delta-Mutation gelten, zigtausende Menschen auf engem Raum zusammenkommen", sagte Seehofer der "Augsburger Allgemeinen" (Dienstagsausgabe). Das sei auch die Auffassung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), mit der er sich dazu abgestimmt habe.

Seehofer verwies darauf, dass bei den EM-Spielen in München eine Auslastung von 20 Prozent der Stadionplätze erlaubt ist. Dies sei "ein Maßstab, der auch für die anderen Austragungsorte gelten könnte, denn man muss in den Konzepten auch die An- und Abreise berücksichtigen". Als Innenminister ist der CSU-Politiker auch für den Sport zuständig.

Die deutsche Nationalmannschaft trifft am Dienstagabend im EM-Achtelfinale in London auf England. Im Wembley-Stadion sollen dann rund 40.000 Zuschauer erlaubt sein. Auch das EM-Halbfinalspiele und das Finale sollen im Wembley-Stadion stattfinden. Für diese Spiele hat die britische Regierung sogar jeweils bis zu 60.000 Zuschauer im Stadion zugelassen.

In Großbritannien grassiert die als besonders ansteckend geltende Delta-Variante des Coronavirus. Deutschland hat Großbritannien deshalb als Virusvariantengebiet eingestuft, für Einreisen aus dem Vereinigten Königreich gelten somit strenge Quarantäne-Vorschriften.

(xity, AFP)