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Neue Flatterulme im Zoopark eingezogen

Düsseldorf pflanzt Baum des Jahres in Parkanlage

Am 25. April 2019, pflanzten Bezirksbürgermeister Dr. Uwe Wagner, Dr. Gottfried Pache und Gartenamtsleiterin Doris Törkel den Baum des Jahres im Zoopark.

Düsseldorf - Es gibt viele Gründe, Bäume zu pflanzen: Sie verbessern das Stadtklima und das Stadtbild, sorgen für bessere Lufthygiene sowie für Entspannung und ein höheres Wohlempfinden inmitten der Stadt. Der Tag des Baumes am 25. April ist dafür ein ganz besonderer Anlass. Seit 1989 wird jährlich eine Baumart zum "Baum des Jahres" ernannt. Mit der Flatterulme hat das Kuratorium in diesem Jahr eine seltene Leitbaumart gekürt. Gartenamtsleiterin Doris Törkel und Bezirksbürgermeister Dr. Uwe Wagner haben anlässlich dieses besonderen Tages die neugepflanzte Flatterulme im Zoopark symbolisch angegossen.

Doris Törkel, Leiterin des Garten-, Friedhofs- und Forstamtes erläutert: "Der 'Baum des Jahres 2019' begegnet Themen, die Düsseldorf auch in Zukunft beschäftigen werden. Denn die Flatterulme ist im Gegensatz zu ihren verwandten Arten widerstandsfähiger, ist für viele Insekten ein Zuhause und dient somit dem Artenschutz. Da sie sich zusätzlich bei den verändernden Klimabedingungen bewährt hat, ist diese Baumart auch als Stadtbaum geeignet. Wir freuen uns, mit der Flatterulme im Zoopark einen dieser 'Zukunftsbäume' pflanzen zu können."

Dr. Uwe Wagner, Bezirksbürgermeister des Stadtbezirks 2 (Flingern und Düsseltal): "Gerade auch vor dem Hintergrund, dass der Zoopark nach über dreijährigem Wiederaufbau in diesem Sommer nach letzten Arbeiten wieder in vollem Glanz erstrahlen wird, freue ich mich sehr, dass hier heute die Pflanzung der Flatterulme möglich wurde. So können die vielen Besucherinnen und Besucher des Parks diesen 'Zukunftsbaum' einmal aus nächster Nähe begutachten."

Hintergrund: Flatterulme
Wer die buschigen Blüten der Flatterulme (Ulmus laevis) einmal im Wind tanzen gesehen hat, weiß woher die Art ihren Namen hat. In diesem Jahr rückt die "Baum des Jahres-Stiftung" eine Ulmenart ins Licht der Öffentlichkeit, die bisher wenig bekannt war. Umso spannender ist ihr vielseitiges Potential insbesondere im urbanen Bereich. In Düsseldorf stehen einige Hundert ältere Exemplare der Flatterulme im Stadtwald (Überanger Mark) sowie im südlichen Forstrevier (Hasseler Forst und Eller Forst). In diesem Frühjahr wurden im Stadtwald 200 neue Flatterulmen gepflanzt.

Die auch Rüster genannte Flatterulme ist eine selten gewordene Baumart in Deutschland. In den vergangenen Jahren ist der wenig bekannte Baum verstärkt in den Fokus gerückt, da er deutlich widerstandsfähiger gegenüber dem Ulmensterben – ausgelöst durch einen Pilz – ist. Andere heimische Ulmenarten, wie die Berg- und Feldulme, stehen am Rande des Aussterbens. Die Flatterulme hat so das Potential als "Rettungsinsel" für Arten zu fungieren, die auf die Ulme als Lebensraum angewiesen sind. In der Begründung des Gremiums heißt es, dass der Erhalt dieser Baumart ein enorm wichtiger Beitrag zur Sicherung des Artenschutzes sei. Manche Arten wie der Ulmenblattfloh kommen so nur an der Flatterulme vor.

Über die vergangenen Jahrtausende hat sich die Baumart gegenüber veränderten Klimabedingungen bewährt. Experten trauen ihr mit Blick auf die zu erwartenden Klimaveränderungen der nächsten Jahrzehnte eine wichtige Rolle beim Artenschutz und auch als Stadtbaum zu.

Die Flatterulme wächst gern in feuchten Standorten – etwa an Flüssen und in Auwäldern. Regional steht die Baumart auf der Roten Liste der bedrohten Arten, da ihre Lebensräume in den letzten Jahrhunderten geschrumpft sind. Auch als Stadtbaum ist sie bisher wenig gefragt – und das, obwohl Untersuchungen zeigen, dass die Flatterulme durchaus als Stadtbaum ihren Teil zu einem artenreicheren und klimastabilen Stadtgrün beitragen kann. Sie verträgt das raue Stadtklima vergleichsweise gut und zeigt eher selten Vitalitätsprobleme.

Beobachtungen der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft zeigen, dass die Flatterulme wenig zu Ast- oder Kronenbrüchen neigt. Auch Sturmschäden sind dank ihres zähen und robusten Holzes selten. Gerade Parks oder von Wasser geprägte Stadtareale sind so durchaus interessante Standorte für die Flatterulme.

Der bis zu 35 Meter hohe in Mitteleuropa heimische Baum ist sommergrün und besitzt eine graubraune, zunächst glatte und später längsrissige Rinde. Seine etwa neun Zentimeter langen, eiförmigen Blätter haben einen asymmetrischen Grund, sind doppelt gesägt und kurz gestielt. Die Unterseite der Blätter ist dicht und grau behaart.

Die Flatterulme gehört zu den Tiefwurzlern und bevorzugt sandige bis lehmige Böden sowie schwach saure bis alkalische Böden. Ihre Blüten sind grün-violett bis violett. Sie bilden rundlich geflügelte Nüsschen aus. Dank ihrer hohen Überflutungstoleranz, die 100 Tage pro Jahr deutlich übersteigt, ist sie perfekt geeignet für Pflanzungen oder Verjüngungsmaßnahmen in Auwälder, Bach- und Flussauen. Sie kann ein Alter von 250 Jahren erreichen.

Hintergrund: Tag des Baumes
Der Tag des Baumes geht auf Aktivitäten des amerikanischen Journalisten Julius Sterling Morton zurück (1872) und wurde am 27. November 1951 von den Vereinten Nationen beschlossen. Der deutsche Tag des Baumes wurde erstmals am 25. April 1952 begangen. Am Tag des Baumes werden jedes Jahr Feierstunden und Baumpflanzaktionen organisiert, um die Bedeutung der Bäume für den Menschen und die Wirtschaft im Bewusstsein zu halten.


Neue Flatterulme im Zoopark eingezogen
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