Neue Ausstellung "Vom Großen und Kleinen"

Maxhaus zeigt Malerei und Papierarbeiten

Am Freitag, 4. September 2020, lädt das Maxhaus zur Eröffnung der neuen Ausstellung "Vom Großen und Kleinen - Malerei und Papierarbeiten" der Künstlerinnen Jenny Delhasse und Andrea Lehnert ein.

Düsseldorf - Die Ausstellung konzentriert sich auf die Werke zweier junger Künstlerinnen, die über das Medium Malerei sehr verschiedene Zugänge zur Kunst gefunden haben. Andrea Lehnert, die in ihren Streifzügen durch die Kunstgeschichte gleichsam im Garten der Historie wildert, ist dabei ebenso wenig in einfache Kategorien zu fassen wie Jenny Delhasse, die ihr eigenes Bildergedächtnis mit Fotos, Zeitungsschnipseln und kleinen Zeichnungen beständig erweitert, um daraus ihr einzigartiges Bezugssystem zu schaffen. Beide sprechen eher verhalten oder assoziierend über ihre Bilder, als stünde für sie von vornherein fest, dass die Sprache ihre Grenzen zu eng um ihre Kunstwerke legt.

Was die malerischen Entscheidungen anbelangt, könnten die beiden Künstlerinnen kaum weiter voneinander entfernt sein. So ist zum einen die Formatwahl auffallend, bei der Lehnert meist zu Großformaten greift, die bisweilen selbst die räumlichen Möglichkeiten des Maxhauses sprengen würden. Delhasse hingegen scheint sich in ihren Werken punktgenau zu konzentrieren und greift dabei zu kleinen und kleinsten Formaten, was ihrer Bildkraft allerdings keinen Abbruch tut.

Der Ausstellungstitel spielt dabei nicht nur auf die stark differierenden Bildformate an, sondern auch auf die Interaktion zwischen mikro- und makrokosmischen Effekten. Lehnert schafft in ihren Bildern durch die Einbeziehung unterschiedlicher Figuren in einen oft landschaftlich anmutenden Raum ein Beziehungsspiel, das ganz gegensätzliche Elemente in sich vereint: nah und fern, schwebend und lastend, erzählend und doch abstrakt. Ihre Bilder haben eine lebendige Farbigkeit, die sich auf dem Grat zwischen harmonisch und scharf gesetzt, bewegt.

Gemessen an dieser bildnerischen Opulenz wirken die Bilder Delhasses zurückhaltend. Trotzdem wirken sie sehr präsent und die Wahrheiten ihrer ins absurde schreitenden Bildideen wirken nie gekünstelt oder gesucht. Zwischen ihren Bildern besteht die geheime Absprache, sich aufeinander zu beziehen und sich dabei komplett in Ruhe zu lassen. Die Motte bekommt in Farbigkeit und Duktus eine kosmische Dimension, gemalte Planeten werden zu zarten Strichlein im Nichts des Blattraumes.