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Mord an Küsterin in Braunlage wird neu geprüft

Landgericht soll besondere Schwere der Schuld klären

Der wegen Mordes an einer Küsterin 2012 im Niedersächsischen Braunlage zu lebenslanger Haft verurteilte Ehemann muss mit einer weiteren Verschärfung seiner Strafe rechnen.

Braunlage - Es gebe Anzeichen für eine "besondere Schwere der Schuld", wie am Mittwoch der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe zu einem Urteil seines Strafsenats in Leipzig mitteilte. Der Mann könnte dann nicht nach 15 Jahren aus der Haft entlassen werden. (Az: 5 StR 60/14)

Der heute 55-jährige Frühpensionär hatte zunächst versucht, seine seit Jahren von ihm getrennt lebende Ehefrau dazu zu bewegen, wieder mit ihm zusammenzuleben. Hierfür wollte er die Küsterin pflegebedürftig und abhängig machen. In dem Glauben, es handele sich um Zucker, tat seine zwölfjährige Tochter der Mutter hochwirksame und potenziell lebensgefährliche Neuroleptika in den Tee. Dies führte zu schweren Ausfallerscheinungen bei der Küsterin. Der Plan misslang dennoch.

Nach den gerichtlichen Feststellungen entschloss sich der Mann daher, seine Frau zu töten. Mit seiner Repetierflinte erschoss er sie im November 2012 in der katholischen Kirche von Braunlage, als sie dort die Sakristei verschloss. Seine Tochter und sein damals 20-jähriger Sohn mussten helfen, die Leiche in den Keller zu tragen und Blut und Gewebeteile zu beseitigen.

Im August 2013 verurteilte das Landgericht Braunschweig den Mann zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe. Eine "besondere Schwere der Schuld" stellte das Landgericht aber nicht fest. Dies würde verhindern, dass der Mann nach 15 Jahren aus der Haft entlassen wird.

Auf die Revision der Staatsanwaltschaft Braunschweig stellte der Leipziger BGH-Strafsenat nun fest, dass es deutliche Anzeichen für eine "besondere Schwere der Schuld" gibt. Dem Landgericht Braunschweig seien hier "Wertungsfehler unterlaufen". Es soll daher nun neu über die Schuldschwere verhandeln und entscheiden.

(xity, AFP)


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