Merkel hat Umzug aus Kanzleramt in "Margot Honeckers Büro" eingeleitet

Kanzlerin will auch künftig für Rat bereit stehen - aber nicht öffentlich

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bereits vor dem Ende ihrer Amtszeit mit dem Auszug aus dem Kanzleramt begonnen.

Berlin - Sie werde nicht völlig von der Bildfläche verschwinden, sondern sei künftig in "Margot Honeckers Büro" zu finden, wo bereits die ersten Einrichtungsstücke angekommen seien, sagte Merkel am Dienstag in der Sitzung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, wie die Nachrichtenagentur AFP von Teilnehmern erfuhr. Merkel richtet ihr Altkanzlerinnen-Büro im Bundestagsgebäude Unter den Linden 71 ein - dort hatte früher die DDR-Volksbildungsministerin Margot Honecker ihren Sitz.

In ihrem Büro im Kanzleramt hatte Merkel nach eigenen Angaben mehrere große Schachfiguren aus Holz aufgestellt, die ihr der Verband der Waldbesitzer geschenkt hatte. Eine "Dame"-Schachfigur sei bereits in ihr "Honecker-Büro" umgezogen, die anderen lasse sie einlagern, wurde Merkel zitiert.

Von ihrer früheren Fraktion habe sich Merkel launig verabschiedet, hieß es weiter. "Seid klug!", riet Merkel den Abgeordneten mit Blick auf die Oppositionsrolle. Sie werde auch weiterhin für Fragen zur Verfügung stehen, aber öffentlich keinen Rat geben. "Die CDU muss sich weiter um die großen Zukunftsaufgaben kümmern", sagte Merkel demnach und verwies auf den Klimaschutz.

Für sie selbst gehe nun eine 30-jährige Zugehörigkeit zum Bundestag zu Ende, sagte Merkel. "Ich habe mir die Krisen nicht ausgedacht und in die Fraktion mitgebracht", sagte Merkel nach AFP-Informationen halb scherzhaft. Die Krisen würden auch bleiben, "wenn ich nicht mehr Kanzlerin bin".

(xity, AFP)