17.02.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Kulturstaatsministerin Grütters freut sich auf politische Berlinale

Kulturstaatsministerin Grütters freut sich auf politische Berlinale

Filmfestival wird am Abend eröffnet

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hat vor der Berlinale-Eröffnung die politische Bedeutung von Filmen hervorgehoben.

Berlin - Die Goldenen und Silbernen Bären seien "auch eine Anerkennung für eine Filmkunst, die sich einmischt", erklärte sie am Donnerstag. Die diesjährige Juryvorsitzende Juliette Binoche betonte ebenfalls die politische Dimension der Films und des Festivals.

Die Berlinale müsse "menschlich sein, und wenn sie das ist, ist sie auch politisch", sagte die französische Schauspielerin am Donnerstag vor Journalisten. Die Welt sei derzeit "ziemlich egoistisch". Sie verwies auf die Schließung von Grenzen und den globalen Klimawandel.

Grütters bezeichnete die Festivalpreise zudem als Anerkennung für Künstler, "die der Macht der herrschenden Verhältnisse die Kraft der Fantasie entgegensetzen". Sie zeigte sich erfreut darüber, dass unter den gezeigten Filmen in diesem Jahr 109 deutsche Produktionen zu sehen seien. Drei von ihnen konkurrieren um den Goldenen Bären, unter anderem die Romanverfilmung "Der Goldene Handschuh" von Fatih Akin.

Grütters würdigte auch Dieter Kosslick, der die Festivalleitung in diesem Jahr abgibt. "Auch und ganz besonders für eine solche Filmkunst, die sich einmischt, hat Dieter Kosslick 18 Jahre lang den roten Teppich ausgerollt", erklärte die CDU-Politikerin.

Die 69. Berlinale beginnt am Donnerstagabend mit dem Eröffnungsfilm "The Kindness of Strangers". Insgesamt werden neben dem Drama von Filmemacherin Lone Schorfig bis zum 17. Februar rund 400 Filme gezeigt. Die sechsköpfige Jury wird von Binoche angeführt.

Grütters kündigte am Donnerstag außerdem einen runden Tisch für Reformen der Filmförderung in Deutschland an. Es müssten künftig mehr "zugkräftige Filme" aus dem Inland entstehen, erklärte sie auf dem Deutschen Produzententag der Produzentenallianz in Berlin. Es gebe "ein gewisses Missverhältnis zwischen Investition und Ertrag".

An zu wenig Geld liege das ihrer Auffassung nach nicht, erklärte die Kulturstaatsministerin. Die Bundesregierung habe die Förderung in den vergangenen drei Jahren beinahe verdreifacht, ergänzte sie. Aber Ausstrahlung und Erfolg des deutschen Films entwickelten sich nicht entsprechend.

(xity, AFP)


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