Kramp-Karrenbauer sieht CDU durch Kandidaten-Streit um Parteivorsitz beschädigt

Parteichefin kritisiert "ruinösen Wettbewerb" und sieht sich in Warnungen bestätigt

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat den Bewerbern um ihre Nachfolge - Armin Laschet, Friedrich Merz und Norbert Röttgen - einen "ruinösen Wettbewerb" vorgeworfen.

Berlin - Dieser falle "zuallererst auf die Kandidaten selbst zurück, aber auch auf die CDU", sagte sie der "Augsburger Allgemeinen" vom Samstag. "Deshalb habe ich immer davor gewarnt."

Auf die Frage, wer von den Bewerbern Schuld an diesem Zustand trage, sagte Kramp-Karrenbauer: "Es war die gesamte Debatte und die gegenseitigen Vorwürfe, die im Raum standen." Das habe "keinem gut getan, und das hat vor allem der CDU nicht gut getan."

Die amtierende Vorsitzende ermahnte die Bewerber zu einer fairen Auseinandersetzung mit Rücksicht auf die CDU. "Ich erwarte von jemandem, der Vorsitzender werden will, dass er sein gesamtes Handeln in das Interesse dieser Partei stellt. Auch dann schon, wenn er erst Kandidat ist", sagte sie.

Kramp-Karrenbauer warnte zudem davor, einen zu rückwärtsgewandten Wahlkampf zu führen. "Die CDU hat sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten sehr stark weiterentwickelt", sagte sie der Zeitung. "Sie ist heute eine andere Partei als sie das vor zehn oder 20 Jahren war, auch, weil wir heute eine andere Gesellschaft haben." Die Union müsse mit ihren Werten und Überzeugungen "Antworten geben auf die Fragen aus dem Jahr 2021" und nicht auf die aus den 80er Jahren, sagte Kramp-Karrenbauer.

Zu einer möglichen Kanzlerkandidatur von CSU-Chef Markus Söder, der in vielen Umfragen gut abschneidet, bekräftigte Kramp-Karrenbauer den Führungsanspruch ihrer Partei. "Für die CDU ist vollkommen klar: Derjenige, der sich jetzt um den Vorsitz bewirbt, ist der potentielle Kanzlerkandidat", sagte sie. "Es war schon immer so, dass CDU und CSU sich abgestimmt haben, ob der Kandidat der CDU auch der gemeinsame Kandidat der Unionsparteien ist - das muss dann zwischen dem neuen CDU-Vorsitzenden und dem CSU-Chef geklärt werden, und es wird einvernehmlich geklärt werden."

(xity, AFP)