25.02.2020 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Kommunale Kraftwerksbetreiber wollen Entschädigung für Steinkohle-Ausstieg

Kommunale Kraftwerksbetreiber wollen Entschädigung für Steinkohle-Ausstieg

Stadtwerke sehen sich durch Verabredungen mit Braunkohle-Branche benachteiligt

Nach der Einigung von Bund, Ländern und Betreiberfirmen zum Ausstieg aus der Braunkohle beschweren sich die kommunalen Betreiber von Steinkohlekraftwerken.

Berlin - "Der Braunkohledeal ist ein Deal zulasten Dritter", sagte der Vize-Hauptgeschäftsführer des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU), Michael Wübbels, der "Welt" vom Mittwoch. "Die späte Abschaltung emissionsintensiver Braunkohle-Kraftwerke geht wirtschaftlich zulasten der Betreiber der Steinkohlekraftwerke."

Analysen des VKU zeigen dem Zeitungsbericht zufolge, dass wegen der jüngsten Verabredungen das letzte deutsche Steinkohlekraftwerk im Jahr 2033 vom Netz gehen müsste. Der Entwurf des Kohleausstiegsgesetzes sieht demnach vor, dass ab Ende 2026 Steinkohle-Kraftwerke ohne jede Entschädigung abgeschaltet werden.

Nach den VKU-Berechnungen handele es sich dabei um neun hochmoderne Kraftwerksblöcke, gebaut zwischen 2013 und 2020 und mit einer Gesamtleistung von 7,2 Gigawatt, schrieb die "Welt". "Es ist gegenüber den kommunalen Eigentümern nicht vertretbar, dass Steinkohlekraftwerke, die gerade einmal ein paar Jahre am Netz waren, entschädigungslos abgeschaltet werden", kritisierte Wübbels.

Neue effiziente Steinkohlekraftwerke müssten viel früher vom Netz als in der Kohlekommission vereinbart und viel früher als deutlich ältere Braunkohlekraftwerke, sagte der VKU-Funktionär. Die Bundesregierung müsse einen "angemessenen Ausgleich für die Verluste der Unternehmen" schaffen. Die Firmen bräuchten "Entschädigungsregelungen, die den Wert der Anlagen realistisch abbilden".

(xity, AFP)


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