19.12.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Komödie über Konsumwahn und Freundschaft

Komödie über Konsumwahn und Freundschaft

Matthias Schweighöfer in '100 Dinge'

Schauspieler und Regisseur Florian David Fitz inszeniert in seiner dritten Regiearbeit eine leichtfüßige Komödie über Konsumwahn und Freundschaft.

Düsseldorf - Toni (Matthias Schweighöfer) und Paul (Florian David Fitz) sind beste Freunde, mitten in Berlin. Während Paul sein Loft mit immer neuen Lieblings-Sneakern befüllt, widmet sich Toni mit größter Sorgfalt seinem Äußeren. Zwei ganz normale Mittdreißiger. Doch beide wollen mehr vom Leben: Eben hat Paul eine App entwickelt, die dafür sorgt, dass das Handy mit einer personalisierten Stimme ausgestattet wird - so wie Siri, nur mit Feingefühl und viel Wissen über ihren User. Eine Idee mit Potenzial, also stellen die beiden ihre Entwicklung dem Team einer Mark-Zuckerberg-Kopie vor - und wecken deren Interesse.

Grund genug, den bevorstehenden Vertragsabschluss in Höhe von vier Millionen Euro gebührend zu feiern. Die Team-Party endet allerdings mit einer wilden Wette: 100 Tage lang wollen die beiden Freunde auf alles verzichten, was sie angeblich so dringend brauchen. Auf die Kaffeemaschine und die Haarpillen, auf neue Sneaker und das Smartphone. Und so finden sich Tobi und Paul am Ende der durchzechten Nacht auf dem harten Boden ihrer leergeräumten Lofts wieder - ohne Kleidung, ohne Möbel, ohne alles. Bis auf den Schlüssel zum Lagerraum um ihren Hals, aus dem sie jeden Tag je eine ihrer Habseligkeiten zurückholen können.

Florian David Fitz, der zuletzt in "Der Vorname" zu sehen war, schlägt mit seiner dritten Regiearbeit durchaus ernste Töne an, wenn er den kommerziellen Konsum seiner Generation hinterfragt. Dass es ausgerechnet die eigene App ist, die diese Wesensveränderung in ihm anregt, ist eine fragwürdige, dramaturgisch erzwungene Wendung, welche die Geschichte überhaupt erst ins Laufen bringt. Die Rolle des sensiblen, irgendwie orientierungslosen Paul spielt Fitz ebenso überzeugend wie Matthias Schweighöfer den etwas glatten, durchtriebenen Karrieristen, der es gewohnt ist, zu kriegen, was er will, aber eigentlich voller Komplexe und Ängste ist. Die beiden Schauspieler haben schon in "Der geilste Tag" (2016) ein stimmiges Gespann abgegeben und ergänzen sich auch dieses Mal auf der Leinwand sehr pittoresk und unterhaltsam.

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