Kohl-Stiftung nimmt mit Eröffnungsveranstaltung ihre Arbeit auf

Kauder: Einrichtung soll auch heutige Bedeutung des früheren Kanzlers beleuchten

Die Stiftung, die an das Wirken des verstorbenen Bundeskanzlers Helmut Kohl (CDU) erinnert, nimmt am Dienstag mit einer Eröffnungsveranstaltung ihre Arbeit auf.

Berlin - Die Einrichtung habe die Aufgabe, die Erinnerung an Kohl und seine Zeit wach zu halten und zugleich der Frage nachzugehen, was dies für die heutige Situation bedeute, sagte der Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung, Volker Kauder, am Dienstag im Deutschlandfunk.

Der frühere Unionsfraktionschef Kauder (CDU) erinnerte an Kohls Einsatz für die deutsche Einheit sowie ein geeintes Europa. Er betonte mit Blick auf den Ukraine-Krieg, Kohl würde daran erinnern, "dass wir in Europa nur, wenn wir gemeinsam handeln, stark sind".

Unter Kohl und der späteren Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sei immer versucht worden, "mit Russland in einem Verhältnis leben zu können, das auch für Russland akzeptabel war". Aber jetzt würde Kohl auch sagen, "wir müssen klar und deutlich für unsere Werte stehen" - nämlich die Freiheit und Souveränität der Länder.

Bei der Auftaktveranstaltung am Dienstagabend in Berlin wird neben Kauder und CDU-Chef Friedrich Merz auch Merkel sprechen. Kauder verteidigte die Entscheidung der Stiftung, sich nicht mit der CDU-Parteispendenaffäre zu befassen. Es gehe der Stiftung darum darzustellen, was Kohl als Bundeskanzler gemacht habe, und da spiele die Parteispendenaffäre "wirklich keine Rolle". Dies sei nicht "Gegenstand der Zeit, wo er Bundeskanzler war".

Die Stiftung sei per Gesetz vom Bundestag eingerichtet worden, dort seien ihre Aufgaben klar formuliert, sagte Kauder. "Dieser Aufgabe kommen wir jetzt nach." Mit dem, was zur Verfügung stehe, werde es gelingen, ein "sehr gutes Bild dieser Zeit zu zeichnen", zeigte sich Kauder überzeugt.

© 2022 AFP