Kein Sieger in der Champions-League-Saison 2021/22

Europäische Tischtennis Union entscheidet Abbruch

Die Entscheidung ist gefallen: In der Champions-League-Saison 2021/22 der Herren wird es keinen Sieger geben.

Düsseldorf - Das hat die Europäische Tischtennis Union (ETTU) am frühen Freitagabend auf ihrer Website sowie in einem Schreiben an Borussia Düsseldorf und den DTTB mitgeteilt. Das ETTU-Präsidium habe in seiner Sitzung bestätigt, dass die ETTU Champions League 2021/22 beendet sei und die verbleibenden Halbfinal- und Finalspiele nicht ausgetragen würden, um die Spieler und Teilnehmer sowie die Integrität des Wettbewerbs zu schützen.

Die Entscheidung sei nach Rücksprache mit allen an den Halbfinal- und Finalspielen beteiligten Vereinen sowie mit der Sportradar-Gruppe, dem exklusiven Inhaber der Medien- und Marketingrechte für diesen Wettbewerb, getroffen worden, wobei versucht wurde, früheren Entscheidungen des ETTU Board of Appeal zu entsprechen. "Man kam überein, dass es nicht möglich ist, die verbleibenden Spiele sicher und fair zu spielen. Daher wird es in der Saison 2021/2022 keinen Sieger geben", so der kommissarische ETTU-Präsident Pedro Moura.

"Die Entscheidung der ETTU kommt für uns nicht unerwartet", sagt Borussia-Manager Andreas Preuß. "Die Vereine haben inzwischen andere Kader, haben neue Spieler unter Vertrag, andere dafür nicht mehr, sodass es schon rein technisch gar nicht mehr möglich ist, die Spiele noch auszutragen. In den letzten Wochen sind alle Argumente ausgetauscht worden, jetzt gibt es ein Urteil und das akzeptieren wir."

Borussia Düsseldorf: Kurzzeitiger Gewinner der Königsklasse

Die Vorgeschichte: Der Champions-League-Titelverteidiger Borussia Düsseldorf wurde am 3. März nach dem Halbfinal-Erfolg gegen den 1. FC Saarbrücken von der ETTU zum Sieger der europäischen Königsklasse erklärt, weil das andere Halbfinale zwischen den russischen Teams aus Orenburg und Jekaterinburg aufgrund des Ausschlusses durch das ETTU-Präsidium nach Kriegsbeginn nicht mehr ausgetragen wurde. Die beiden russischen Vereine und die russische Tischtennis-Föderation legten gegen diese Entscheidung Einspruch beim Board of Appeal der ETTU ein und bekamen zumindest teilweise Recht. Die Beschwerdekammer stellte klar, dass die ETTU zwar russische und belarussische Nationalmannschaften, nicht aber russische und belarussische Klubteams von internationalen Wettbewerben suspendieren dürfe.

Die Borussia hatte frühzeitig erklärt, bei einer möglichen Neuansetzung des Finals gegen Orenburg oder Jekaterinburg nicht anzutreten.