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Jahresempfang 2020 der IHK Düsseldorf

Habeck: "Haben Sie keine Angst vor dem Wandel"

Die IHK Düsseldorf lud am 13. Januar 2020 zu ihrem traditionellen Jahresempfang ins Maritim-Hotel. Gäste aus Wirtschaft und Politik trafen sich hier um zu Netzwerken und gemeinsam in das neue Jahr 2020 zu blicken.

Düsseldorf - Die Wirtschaft und die Grünen – das ist eine neue Liebe. Seit ihren Anfängen galt die Partei als nonkonform. Nun, 40 Jahre nach ihrer Gründung wandelt sich die Partei. „Die Grünen wurden von der Protestpartei zur Gestaltungsmacht“, lobte Andreas Schmitz, Präsident der Industrie- und Handelskammer Düsseldorf, vor knapp 1400 Gästen beim Neujahrsempfang der IHK. Dies zeigt sich auch darin, das die IHK Düsseldorf bei ihrem diesjährigen Neujahrsempfang als Gastredner den Bundesvorsitzenden der Grünen, Robert Habeck einlud. Ein Gast wie Robert Habeck wäre vor einigen Jahren noch undenkbar gewesen.

Schmitz sagt, dass inzwischen alle dazu gelernt hätten. In vielen Bezirksregierungen und Ländern funktioniere grüne Regierungsverantwortung meist gut. "Wer in der Jugend kein Kommunist war, hat kein Herz. Und wer es im Alter immer noch ist, hat keinen Verstand", zitierte Schmitz den Philosophen Bertrand Russell.

IHK-Präsident Schmitz nannte Grünen-Chef Robert Habeck "eine gelungene Mischung aus Robert Redford, Heinrich Böll und Sandmännchen" und lobte: "Habecks Ton wird nicht mehr wie bei früheren Vorsitzenden als Sirene im Dauerbetrieb wahrgenommen, sondern eher wie das Glöckchen zur Bescherung."

Der Grünen-Chef nahm die Vorlage auf und erklärte zum aktuellen Konflikt um die Klimapolitik: "Politik denkt linear, aber die Entwicklung verläuft in Schüben." Auch die Bewegung Fridays for Future sei nicht kontinuierlich, sondern plötzlich entstanden. Das überfordere viele. "Rationale Politik – und die Kanzlerin ist eine der rationalsten Politiker – scheint aus der Zeit gefallen."

Auch warnte er, den Klimaschutz auf andere Länderpartner abzuwälzen: "Es ist nicht schlau, die Kohlendioxid-Emissionen in anderen Regionen der Welt einzusparen." Eine Wirtschaft ohne Klimaschutz sei kein Geschäftsmodell für die Zukunft. Deshalb müsse Deutschland vorangehen. Deutschland will, auch auf Druck der Grünen, bis 2038 aus der Kohle ausstiegen. Allerdings sollte die Klimapolitik im Einklang mit der Marktwirtschaft erfolgen, so Habeck. Dazu müsse Deutschland viel mehr investieren. Der Staat müsse mehr in Klimaschutz, in die Deutsche Bahn und die Digitalisierung investieren. "Das reichste Land in Europa hat das schlechteste Internet, das darf nicht sein."

In vielen Wählern kommt die Botschaft der Grünen offenbar gut an. „40 Prozent der Gründer und Start-up-Mitarbeiter haben eine Zuneigung für die Grünen“, zitierte der 50-Jährige eine Umfrage. "Der Grund ist, dass sie auf Nachhaltigkeit setzen." Wenn man Veränderung wolle, sollte man bei sich selbst anfangen – und eben auch in den Braunkohleregionen. Habeck erklärte: "Haben Sie keine Angst vor dem Wandel, den hat es schon immer gegeben." Vor 189 Jahren, als die IHK Düsseldorf gegründet wurde, habe sich noch keiner vorstellen können, dass nur noch 1,5 Prozent der Bevölkerung in der Landwirtschaft arbeiten würde. Die aktuellen Sorgen der Mitarbeiter bei Autozulieferern seien verständlich, so Habeck, aber das werde den Strukturwandel der Autobranche weg vom Verbrennungsmotor nicht aufhalten. Er betonte: "Ich bin nicht gegen das Auto, aber das Verkehrssystem das Zukunft wird ganz anders, vernetzter aussehen." Und da werde auch längst nicht mehr jeder ein Auto haben, sondern es wird mehr Carsharing Modelle geben und der Nahverkehr müsse ausgebaut werden, so Habeck.

Die IHK Düsseldorf zeigte sich beim Jahresempfang 2020 entschlossen, die Herausforderungen um den zukünftigen Wandel anzugehen.


Jahresempfang 2020 der IHK Düsseldorf
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