29.01.2023 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Hightech im Ventilbau hilft bei der Energiewende

Hightech im Ventilbau hilft bei der Energiewende

Aufbruchsstimmung auf Fachmesse Valve World Expo

Kohle und Gas verfeuern? Massenhaft Strom verbrauchen? Oder doch mit grünem Wasserstoff arbeiten? Die deutsche Industrie setzt auf den Ausbau von Anlagen und Leitungen für die Nutzung des Schlüsselenergieträgers für die Energiewende.

Hightech im Ventilbau hilft bei der Energiewende

Düsseldorf - Egal ob lange Pipeline für Öl und Gas - oder kurze Transportwege zwischen Tankschiff und Landspeicher - in jeder Rohrleitung sind Ventile verbaut. Und je nach durchfließendem Medium steigen oder sinken die Ansprüche. Abwasser fließt duch simple Betonrohre - tiefkalter Wasserstoff fließt mit hohem Druck oder minus 195°C durch hochdichte Leitungen. Und je extremer der Einsatz, umso größer der Wunsch nach Sicherheit.

Stefan Schenk von der Müller Quadax GmbH: "Die Problematik ist, dass beim Transport diese Gase runter gekühlt werden müssen, damit der Aggregatzustand sich verflüssigt. Und das findet häufig zwischen 196 Grad bis 250 Grad minus statt. Das wäre der Wasserstoff. Und das bedeutet natürlich auch, dass man bei diesen Temperaturen nur mit Metallen arbeiten kann. Metalle, die runter gekühlt werden, verformen sich, schrumpfen in Anführungsstrichen und deshalb ist diese Technologie sehr, sehr schwer zu beherrschen."

Dabei sind die Ventile viel mehr HighTech, als der Laie das oft glaubt. Etwa bei tiefkalten Flüssigkeiten wie Stickstoff, Sauerstoff oder eben Wasserstoff werden Ventile sehr kalt - außerdem müssen sie auch bei der Wartung in der Leitung verbleiben. Darum gibt es inzwischen auch das Ventil 4.0 - aus der Ferne zu bedienen und zu überprüfen. Sensoren messen Temperatur, Vibration und Stellung des Ventils - fernsteuerbare Ventile verhindern im Zweifelsfall Katastrophen.

Thomas Weisschuh von der Armaturenfabrik Franz Schneider erklärt: "Diese Ventile sind auch im kritischen Einsatz. Die Schützen leben, wenn sie zum Beispiel Anlagen Anteile absperren wo dahinter gearbeitet wird. Daher die Fern-Überwachung oder auch die Möglichkeit, das Ganze mit einem Antrieb zu verstellen."

Bis 2050 lässt die Europäische Union 470 Mrd. Euro in den Aufbau einer funktionierenden Wasserstoffwirtschaft fließen. Neuerdings funktionslose russische Gasleitungen beschleunigen den Prozess. Gesellschaft und Politik möchten weg von fossilen Energieträgern. Ökonomisch eine Chance für Armaturen-, Leitungs- und Anlagenbauer auf der ganzen Welt - für’s Klima ein echtes Muss. Aufbruchstimmung auf der Fachmesse Valve World Expo.


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