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Heine-Preis 2020 für Rachel Salamander

Preisträgerin im Heinrich-Heine-Institut zu Gast

Die Literaturwissenschaftlerin und Publizistin Rachel Salamander wird mit dem Heine-Preis 2020 der Landeshauptstadt Düsseldorf ausgezeichnet.

Heine-Preis 2020 für Rachel Salamander

Düsseldorf - Die Literaturwissenschaftlerin und Publizistin Rachel Salamander wird mit dem Heine-Preis 2020 der Landeshauptstadt Düsseldorf ausgezeichnet. Der ursprünglich für den 13. Dezember 2020, Heines 223. Geburtstag, geplante Festakt musste aufgrund der Corona-Pandemie in das Jahr 2021 verschoben werden. Am Sonntag, 29. August , hat Oberbürgermeister Stephan Keller nun Rachel Salamander, mit dem Preis auszeichnet. Die Verleihung fand im Düsseldorfer Schauspielhaus mit geladenen Gästen statt. Die Laudatio auf Rachel Salamander hielt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Kurz vor der Verleihung, am Freitag, 27. August 2021, besuchte Rachel Salamander im Rahmen eines Pressegesprächs gemeinsam mit Oberbürgermeister Stephan Keller und Kulturdezernent Hans-Georg Lohe das Heinrich-Heine-Institut, wo sie von der Leiterin des Hauses, Sabine Brenner-Wilczek, empfangen wurden. Das Heinrich-Heine-Institut ist ein Zentrum der internationalen Heine-Forschung und präsentiert die weltweit einzige Dauerausstellung zum Leben und Werk des Dichters.

Rachel Salamander: "Für mich ist Heine einer der Götter im Literaturhimmel - davon abgesehen, prototypisch für die moderne jüdische Existenz."

Oberbürgermeister Stephan Keller: "Ich freue mich, dass ich im Rahmen des Festaktes im Düsseldorfer Schauspielhaus Rachel Salamander den Heine-Preis 2020 verleihen darf. Mit Rachel Salamander würdigt die Landeshauptstadt eine engagierte und herausragende Persönlichkeit, die durch die Kraft der Literatur Menschen verschiedener Kulturen zusammenführt und ins Gespräch bringt. So hat sie mit ihrem Schaffen auch maßgeblich dazu beigetragen, jüdische Literatur in Deutschland wieder sichtbar zu machen. Ich danke der Jury des Heine-Preises für ihre Entscheidung und ihr Engagement. Zudem freue ich mich, dass Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier als Laudator an der Verleihung teilnehmen wird."

Begründung der Heine-Preis-Jury

Die Heine-Preis-Jury begründete ihre Entscheidung für Rachel Salamander wie folgt: "Der Heine-Preis der Landeshauptstadt Düsseldorf 2020 wird an Rachel Salamander verliehen. Die Literaturwissenschaftlerin und Publizistin hat couragiert maßgeblich zum Wiederaufbau des jüdischen intellektuellen Lebens nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland beigetragen. Als Unternehmerin holte sie mit ihren Literaturhandlungen all die jüdischen Autorinnen und Autoren, deren Bücher einst verbrannt worden waren, in den Kanon deutscher Literatur zurück. In Zeitungen und Zeitschriften diskutiert sie öffentlichkeitswirksam über die Bedeutung von Literatur und setzt sich ganz im Sinne Heinrich Heines für Völkerverständigung und gegen Antisemitismus ein."

Preisträgerin Rachel Salamander- Kurzvita

Rachel Salamander wird am 30. Januar 1949 in einem "Displaced Persons Camp" (DP-Camp) im bayerischen Deggendorf geboren. Sie ist das zweite Kind von Rywa und Samuel Salamander, die den Holocaust in der Sowjetunion überlebt haben. Rywa Salamander stirbt bereits 1953. Der Vater Samuel lebt mit den beiden Kindern bis 1956 im letzten "DP-Camp" in Föhrenwald und anschließend in München. Ihr Bildungsweg führt Rachel Salamander zu einem Studium der Germanistik, Philosophie und Romanistik an der Ludwig-Maximilian-Universität München. In das Zentrum ihres wissenschaftlichen Interesses rückt sie bereits früh deutsch-jüdische Literatur sowie Geschichte. Sie setzt anschließend ihre akademische Laufbahn fort und promoviert in der Fachdisziplin Germanistik.

1982 eröffnet Rachel Salamander eine Fachbuchhandlung für Literatur zum Judentum in der Münchner Maxvorstadt, nahe der Universität. Hiermit konnte sich seit der Zeit des Nationalsozialismus erstmals wieder eine Fachbuchhandlung zum Judentum etablieren, deren umfangreiches Veranstaltungsprogramm auch diskursprägend ist. Das Stammhaus der "Literaturhandlung" ist inzwischen fester Bestandteil des Jüdischen Museums München. Hinzukommen weitere Niederlassungen in anderen deutschen Städten.

Rachel Salamander ist ab 2001 fast zwölf Jahre lang Herausgeberin der Literaturbeilage der WELT ("Literarische Welt"). 2013/14 ist sie für die Frankfurter Allgemeine Zeitung in der Literaturredaktion tätig und leitet dort das neu geschaffene "F.A.Z.-Literaturforum". Zudem führt sie die Frankfurter Anthologie nach dem Tod von Marcel Reich-Ranicki in veränderter Form fort. Seit 2015 ist Rachel Salamander Aufsichtsratsmitglied im Suhrkamp Verlag.

Für ihr Schaffen wird Rachel Salamander mehrfach ausgezeichnet. So erhält sie unter anderem 1999 den Kulturellen Ehrenpreis der Stadt München, in den Jahren 2000 und 2009 Bundesverdienstkreuze. 2004 wird ihr der Bayerische Verdienstorden verliehen, 2013 der Schillerpreis. Seit 2019 ist sie zudem Ehrenbürgerin der Stadt München.


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