Expertin: Nicht immer bringt der Hase die Ostereier

Osterhase fand 1682 erstmals schriftliche Erwähnung

Wie die Kulturwissenschaftlerin Karin Bürkert berichtete, wurden in einer 1937 dokumentierten Befragung auch andere Tiere wie Hahn oder Fuchs als Überbringer der Osterüberraschungen genannt.

Leipzig - Nicht immer und überall bringt der Hase die Ostereier. Das berichtete die Kulturwissenschaftlerin Karin Bürkert im "Nationalatlas aktuell" des Leibniz-Instituts für Länderkunde (IfL) in Leipzig am Dienstag. Der die Befragung zitierende Atlas der deutschen Volkskunde sei allerdings "methodisch und ideologisch nicht unproblematisch".

Schriftliche Erwähnung fand der Osterhase ? soweit bekannt ? demnach erstmals im Jahr 1682 in der Dissertation des Frankfurter Arztes Johannes Richier, als "eine Fabel, die man Einfältigen und Kindern aufbindet".

Ansonsten bleibe naturgemäß vieles im Dunkeln, erklärte Bürkert, die an der Universität Tübingen forscht. Sicher sei nur, dass der heutige Osterhase erst im 20. Jahrhundert populär wurde ? durch Bücher wie "Die Häschenschule" von 1924 und ab den 1950er-Jahren durch die Schokoladenindustrie.

(xity, AFP)