18.10.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Eine Zugfahrt, die ist lustig...

Eine Zugfahrt, die ist lustig...

Liam Neeson lässt es wieder krachen

Liam Neeson wird an Bord eines Pendlerzuges in ein gefährliches Suchspiel verwickelt: "The Commuter" verspricht mehr als er halten kann, ist aber immerhin ehrliche Actionunterhaltung mit Schweißgeruch.

Düsseldorf - Weil Michael von Liam Neeson gespielt wird, und weil "The Commuter" ein Film von Jaume Collet-Serra ist, kann man sicher sein, dass es ziemlich zur Sache geht. Der spanische Regisseur und der Hollywood-Haudegen können nämlich nicht nur nicht voneinander lassen, sondern machen auch das, was sie am besten können. Nämlich einen handfesten Actionthriller, versiert fotografiert, geradlinig umgesetzt. Das funktionierte in "Unknown Identity", "Non-Stop" und "Run All Night" ziemlich gut, warum sollte es also nicht auch ein viertes Mal klappen?

Jedenfalls wird die Zugfahrt mit Liam Neeson ziemlich turbulent: Gut, dass der mittlerweile 65-Jährige auch im gesetzten Alter noch als Actionstar durchgeht. Er spielt einen Mann, der seit zehn Jahren in sein New Yorker Großraumbüro pendelt, immer mit dem gleichen Zug. Vor seiner Zeit als Versicherungsmakler war Michael MacCauley allerdings Polizist, ein ziemlich guter sogar. Das hilft ihm auf diesem wahnwitzigen Trip.

Denn Michael soll, so trägt es ihm die schöne Fremde (Vera Farmiga) auf, eine Person finden, die nicht in den Zug gehört. Schafft er das, kann er in Dollarscheinen baden. Schafft er es nicht, gibt's ein Blutbad zu Hause. Ohne zu wissen, für wen er arbeitet und welches Geheimnis den rätselhaften Passagier umgibt, macht sich Michael notgedrungen an die Ermittlungsarbeit. Viel Zeit hat er nicht, dafür ist der Raum, in dem er suchen muss, aber auch ziemlich überschaubar.

Es ist eine faszinierende Versuchsanordnung, die sich Byron Willinger und Philip de Blasi für ihren Drehbuch-Erstling ausgedacht haben. Sie spielen mit der Paranoia der Leute, sie verdichten die Handlungsräume, sie bauen immer neue Bedrohungsszenarien auf. Jeder ist verdächtig, jeder wird beobachtet, Menschen werden getötet, einfach nur, weil sie getötet werden können.

Nachdem die Neugier geweckt ist, fällt die Spannungskurve aber rasant ab. Man ahnt weit vor dem Ende, dass die ganze Sache kein gutes Ende nehmen wird - und weiß sogar welches. Das ist dann alles ein bisschen einfach gestrickt. Aber: Ein Zug als eng begrenzter Handlungsraum - das hat was.

Jaume Collet-Serra holt in seiner Inszenierung ziemlich viel aus den klapprigen Wagen raus. Die entfesselte Kamera findet in der Enge immer neue Perspektiven und Spielplätze. Visuell jedenfalls ist "The Commuter" ein echter Hingucker, von der Eingangssequenz an, in der sich zehn Jahre Pendler-Langeweile zu einem herrlichen Dreiminüter verdichten.

Weitere Fotos und Trailer findet ihr hier


Copyright 2018 © Xity Online GmbH