24.11.2017 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Ein neuer Stern am Agenten-Himmel?

Ein neuer Stern am Agenten-Himmel?

So schlägt sich Mitch Rapp gegen die Konkurrenz

Romane, in denen ein junger Mann sich auf eigene Faust als Anti-Terror-Agent gegen das Böse durchschlägt, gibt es einige: Vince Flynns Bestseller 'American Assassin' schafft es nun auf die Leinwand und versucht sich in die Erfolgsriege einzureihen.

Düsseldorf - Mitch Rapp (Dylan O'Brien) hat gerade seiner Freundin Katrina (Charlotte Vega) einen Antrag gemacht, und die Welt könnte für die beiden nicht schöner sein. Doch die Strandidylle und das Glück der beiden wird durch einen Terrorangriff zerstört. Katrina wird getötet, Mitch bleibt verletzt zurück. Traumatisiert kehrt er nach Hause zurück, sinnt auf Rache und trainiert sich selbst zur Kampfmaschine. Sein Plan: Die verantwortliche Terrorzelle infiltrieren und die Hintermänner töten. Das bleibt natürlich nicht unentdeckt - die CIA-Vizedirektorin Irene Kennedy (Sanaa Lathan) wird auf den Rohdiamanten aufmerksam.

Um Mitch noch effizienter werden zu lassen, schickt sie ihn in das Bootcamp von Stan Hurley (Michael Keaton), der mit seinen unorthodoxen und knallharten Methoden aus jungen Männern unerbittliche Eliteeinheiten macht. Denn es geht um viel mehr als nur um einzelne Terrorzellen - eine Nuklearkatastrophe muss verhindert werden, und Mitch ist genau der Richtige, um den Drahtzieher, den mysteriösen Ghost (Taylor Kitsch), zur Strecke zu bringen.

Vince Flynn schuf mit Mitch Rapp einen rauen, kantigen und unbändigen jungen Mann, der mit blinder Wut Jagd auf die Mörder seiner Verlobten macht. Dieser Rachedurst und die Widerspenstigkeit gehen Dylan O'Brien genau dann verloren, als er auf Michael Keaton als knallharten Ausbilder trifft. Der Bart kommt ab, der zunächst erfrischend uneinsichtige Krawallo mutiert zum Milchbubi. Das überträgt sich leider auch auf die Story: So verkommt "American Assassin" zu einem mittelmäßigen Actionfilm mit zwar tollen Nahkampfszenen, aber einer absolut vorhersehbaren 08/15-Geschichte.

Was wie ein Rachefeldzug eines jungen Mannes anfängt, entwickelt sich zu einem patriotischen Matsch aus Bootcamp-Parolen, der auch eine überlange, mäßig inszenierte "Homeland"-Folge sein könnte. Das wird der Romanvorlage eher nicht gerecht. Somit bleibt nur zu hoffen, dass eventuelle Fortsetzungen sich mehr an den Originalen entlang hangeln.

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