Dialog zur Zukunft des Opernhaus Düsseldorf

Anforderungen wurden mit Bürger*innen diskutiert

"Oper der Zukunft" - das war das Thema des digitalen Dialogforums am Donnerstag, 10. Juni 2021, in Düsseldorf.

Düsseldorf - Auch bei der zweiten Veranstaltung im Rahmen der Bürgerbeteiligung konnten sich die Bürgerinnen und Bürger zum einen informieren, zum anderen aber auch ihre Ideen, Wünsche und Anregungen für ein neues Opernhaus mitteilen. Aufgrund der Corona-Pandemie fand das Dialogforum auch diesmal in hybrider Form statt. Während der Großteil der Gesprächsteilnehmer in der Oper vor Kameras zusammen kam, waren die Zuschauerinnen und Zuschauer per Internet-Livestream zugeschaltet.

Um das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten, schilderten nach der Begrüßung durch den Kulturdezernenten, Philip Rabe, Demis Volpi und Stefanie Salm von der Deutschen Oper am Rhein (DOR), wie das Haus organisiert ist, unter welchen Einschränkungen es derzeit arbeitet und was ein Opernhaus für alle in Zukunft leisten können muss.

Besonders beeindruckend waren die Beispiele aus dem Arbeitsalltag der Oper - zum Beispiel über die Probleme, die durch große Kostüme in den kleinen Garderoben entstehen. Oder wie herausfordernd und schwierig die Abläufe auf dem eingeschränkten Platz neben oder hinter der Bühne sind, sei es bei groß besetzten Opern oder dem Ballett. Wesko Rhode aus dem Vorstand der Deutschen Theatertechnischen Gesellschaft schilderte den Blickwinkel von außen und erklärte, was für ein modernes Opernhaus nötig ist.

Nach einer ersten Fragerunde für die Zuschauerinnen und Zuschauer wurde David Staples aus Großbritannien zugeschaltet. Staples ist einer der renommiertesten Berater in der Opern- und Theaterszene, war unter anderem konzeptionell an der Neuaufstellung zahlreicher Theater und Opernhäuser weltweit beteiligt. Auch er berichtete mit dem Blick von außen, welche Anforderungen auf ein modernes Opernhaus zukommen, um weiter eine Bedeutung für die Stadtgesellschaft zu haben. Sein Beitrag wurde durch eine Simultandolmetscherin übersetzt. Staples nahm die Zuschauer mit auf eine kurzweilige Reise durch die Geschichte der modernen Konzerthäuser und Opern-Neubauten.

Anschließend ging es um eine Frage, die viele Zuschauerinnen und Zuschauern wohl schon länger beschäftigte: Wo soll eine neue Oper gebaut werden? Planungsdezernentin Cornelia Zuschke schilderte hierzu den Stand der Planungen in der Verwaltung und berichtete über den Stand der Dinge einer möglichen Standortwahl.

Bei der großen Diskussionsrunde zum Abschluss nahmen Hans-Georg Lohe, Cornelia Zuschke und Erik Stephan die Anregung der Zuschauer auf und beantworteten die aufkommenden Fragen. Auch hier stellte sich noch einmal die Frage nach dem Ort und seiner Gestaltung. Wo gehört eine Oper hin? Ins Zentrum, da waren die Diskutanten einig. Neben dem Standort ging es auch um die Architektur, vor allem die mögliche Höhe eines Gebäudes, aber auch um die Kosten.

Wichtig war den Zuschauern zu wissen, ob der alte Standort an der Heine-Allee beibehalten werden kann. Hans-Georg Lohe berichtete, dass die Stadtplaner rund 30 Standorte identifiziert haben, wo eine Oper entstehen könnte. Diese Zahl sei im Laufe des Prozesses aber deutlich reduziert worden. Andere Fragen drehten sich darum, wie ein Opernhaus in Zukunft genutzt wird und wie man auch junge Menschen für das Thema begeistern kann?