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Deutliche Nachfrage nach Beratung zu Patientenverfügungen

Nur eindeutig formulierte Dokumente auch praxistauglich

Der Beratungsbedarf zu Patientenverfügungen ist laut Patientenschützern deutlich gestiegen.

Berlin - Die Deutsche Stiftung Patientenschutz registrierte im vergangenen Jahr insgesamt 11.700 Beratungen zu solchen Vorsorgedokumenten und Vollmachten, was den bisherigen Höchstwert von 9100 Beratungen im Jahr davor nochmals übertraf, wie die Stiftung am Freitag in Dortmund mitteilte. Viele Menschen seien verunsichert, was in einer guten Patientenverfügung stehen müsse.

"Wir merken, das Thema Vorsorgedokumente brennt den Menschen unter den Nägeln", erklärte Vorstand Eugen Brysch. Die Patientenschützer raten allerdings davon ab, Vorsorgedokumente ausschließlich aus dem Internet zu verwenden. Nötig sei eine individuelle Beratung. Denn nur umfassend und eindeutig formulierte Dokumente seien praxistauglich und könnten auch durchgesetzt werden.

Wer Beratung suche, sollte sich im Vorfeld bei den Anbietern genau erkundigen, wie teuer es wird, wie viel Zeit zur Verfügung steht und ob der Anbieter Vordrucke benutzt, in denen nur noch der Name eingesetzt wird. "Eine gute Beratung braucht 90 Minuten und lässt später noch Raum für Nachfragen und Bedenkzeit", gab Brysch zu bedenken.

Ein weiteres Schwerpunktthema bei den Hilfsangeboten der Patientenschützer war im vergangenen Jahr die Pflegereform. Die Beratungen für Hilfe in akuten Krisen stieg 2017 demnach um 400 auf insgesamt 3600 Fälle. Dabei standen Probleme mit den seit Beginn vergangenen Jahres geltenden neuen Pflegegraden im Mittelpunkt. Auch der Bestandsschutz alter Einstufungen und die Pflegeheimkosten wurden nachgefragt.

(xity, AFP)


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