25.05.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Düsseldorf gedenkt den Opfern des Holocaust

Düsseldorf gedenkt den Opfern des Holocaust

Hunderte verlesen Namen zum Yom HaShoah

Der 2. Mai ist Tag des israelischen Gedenkens. Zum Yom HaShoah oder "Tag des Gedenkens an Holocaust und Heldentum" wird den Opfern gedacht. In Düsseldorf versammelten sich Menschen auf dem Heinrich-Heine-Platz um die Namen von 2.587 Opfern zu verlesen.

Düsseldorf - Ein Mensch stirbt erst dann endgültig, wenn sein Name in Vergessenheit gerät. Um die Opfer des Holocaust aus Düsseldorf niemals zu vergessen, widmet sich die Mahn- und Gedenkstätte im Rahmen ihrer Forschung immer wieder der Suche nach den Namen derer, die während des Holocaust verschleppt und getötet wurden. Vertreterinnen und Vertreter der Düsseldorfer Stadtgesellschaft kommen zusammen, um die Namen zu verlesen und so den Opfern zu gedenken.

Zu Beginn der Namenslesung sprach Michael Szentei-Heise, Verwaltungsdirektor der jüdischen Gemeinde in Düsseldorf, eine Begrüßung. Szentei-Heise kritisierte in dieser Rede, dass Menschen der jüdischen Gemeinde noch immer in Angst leben, dass das Wort "Jude" immer wieder auch als Schimpfwort genutzt wird und Menschen aufgrund ihres Glaubens diskriminiert werden. Michael Szentei-Heise, der bereits seit 33 Jahren Verwaltungsdirektor der jüdischen Gemeinde ist, zieht sich Anfang 2020 in den Ruhestand zurück. Er knüpfte Kontakte zu Politik und Stadtgesellschaft und setzte sich an allen Fronten für die Interessen der Juden in Düsseldorf und ganz Deutschland ein. Er appellierte beim Yom HaShoah an die Vertreterinnen und Vertreter der Landesregierung, sich gegen antiisraelische Entscheidungen zu stellen.

Auch Dr. Joachim Stamp, Minister für Integration des Landes NRW, sagte während seiner Begrüßungsrede, jeder Jude sollte ohne Furcht seine Kipa tragen dürfen. Er appellierte an die Besucher, sich gegen Ausgrenzung zu stellen.

112 Seiten mit 2.587 Namen wurden an die Teilnehmer verteilt und vorgelesen. Ausserdem wurden Portraits einzelner Opfer mit Sprühkreide auf den Heinrich-Heine-Platz gesprüht. Schülerinnen und Schüler der Religionsschule der Jüdischen Gemeinde hatten dazu Schablonen angefertigt.

Mit der Namenslesung setzt die Düsseldorfer Stadtgesellschaft ein Zeichen gegen das Vergessen. Die Namen der Opfer werden immer wieder verlesen werden, damit man sich ihrer erinnert.


Düsseldorf gedenkt den Opfern des Holocaust
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