20.08.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Chefin des CDU-Wirtschaftsrats offen für Rückkehr zur Atomkraft

Chefin des CDU-Wirtschaftsrats offen für Rückkehr zur Atomkraft

Hamker: Ordnungspolitisches Profil der Partei verwaschen

Die neue Präsidentin des CDU-Wirtschaftsrats, Astrid Hamker, hat für den Fall eins Scheiterns der Energiewende die Rückkehr zur Atomkraft vorgeschlagen.

Berlin - "Wenn es sich als notwendig erweist und die Energiewende weiter nicht gelingt, würde ich den Atomausstieg umkehren", sagte Hamker am Donnerstag "Focus Online". "Wir müssen sicherstellen, dass die Energieversorgung in diesem Land gesichert ist, damit die Unternehmen weiter ihre Grundlage haben.

Die Energieversorgung sei die "Lebensader" der Wirtschaft, sagte Hamker weiter. "Wir steigen gleichzeitig aus der Kohle und der Kernkraft aus. Es sollte uns zu denken geben, dass uns das keiner nachgemacht hat."

Hamker äußerte sich im Gespräch mit "Focus Online" auch zum Zustand der Bundesregierung und ihrer Partei. Sollte die große Koalition in Berlin platzen, hält sie eine Minderheitsregierung für sinnvoll. "Wenn die SPD die GroKo verlässt, wäre eine Minderheitsregierung fürs erste die beste Lösung", sagte sie. "Jedenfalls kann ich die Union nur warnen, zusätzliche Wahlgeschenke für die SPD-Klientel mitzutragen, um sie auf Biegen und Brechen in der GroKo zu halten."

Zur Entwicklung der CDU äußerte sich die neue Präsidentin des Wirtschaftsrats kritisch. "Seien wir ehrlich: Die CDU hat sich in den letzten Jahren von uns und von unserem Kompass der sozialen Marktwirtschaft wegbewegt." Das ordnungspolitische Profil sei verwaschen. "Wir vermissen diesen Markenkern. Keine komplette Soli-Abschaffung, keine Steuerreform - das ist schon bezeichnend."

Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer sei "sehr bemüht, der Partei wieder ein Profil zu geben. Das finde ich gut", sagte Hakmer weiter. Eine Kanzlerkandidatur von Friedrich März würde sie begrüßen. "Der Wirtschaftsrat hat da kein Mandat, aber ich persönlich und viele Menschen in Deutschland würden sich sehr freuen." Merz ist Vizepräsident des CDU-nahen Wirtschaftsrats.

(xity, AFP)


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