17.09.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Bundesjustizministerin schaltet sich in Rassismusaffäre um Schalke-Chef ein

Bundesjustizministerin schaltet sich in Rassismusaffäre um Schalke-Chef ein

Lambrecht fordert von DFB Beratung über Tönnies

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht hat sich in den Rassismusskandal um Schalke-Chef Clemens Tönnies eingeschaltet.

Gelsenkirchen - Lambrecht forderte den Deutschen Fußball-Bund (DFB) in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe auf, sich "mit dem Vorfall" zu befassen. "Wir müssen ganz klar machen: Wir lassen uns nicht spalten." Rassismus müsse überall laut und deutlich widersprochen werden. Integration gelinge nirgendwo so gut wie im Sport - "das darf man nicht gefährden."

Lambrecht warf dem Fleischproduzenten zudem "dumpfen Rassismus" vor. Damit stelle er sich gegen die übergroße Mehrheit der Fußballfans, die für Menschlichkeit und Toleranz stünden.

Tönnies hatte vergangene Woche beim Tag des Handwerks in Paderborn eine Rede gehalten und den Bau von Kraftwerken in Afrika empfohlen. Dazu sagte er nach einem Bericht der Zeitung "Neue Westfälische", "dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren". Tönnies entschuldigte sich nach dem Bericht für seine Äußerungen, die "falsch, unüberlegt und gedankenlos" gewesen seien.

Der Jüdische Weltkongress forderte dennoch den Rücktritt des Funktionärs. Der Geschäftsführer des Jüdischen Weltkongresses, Maram Stern, sagte der "Bild"-Zeitung (Montagsausgabe), "wer solche Vorurteile hegt und in aller Öffentlichkeit rassistisches Gedankengut verbreitet, der ist für verantwortliche Positionen im Spitzensport nicht geeignet." Tönnies sollte "schleunigst seinen Hut nehmen und von seinem Amt zurücktreten."

(xity, AFP)


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