GEW fordert kostenlose Masken für Lehrer und Schüler

Bundeselternbeirat: Nicht stur an Normalbetrieb der Schulen festhalten

Die Bundesvorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW, Marlis Tepe, hat zum Schutz vor Corona-Infektionen kostenlose Masken für Schüler und Lehrer gefordert.

Berlin - Lehrkräfte sollten auf Wunsch zudem besonders gut schützende FFP2-Masken kostenlos bekommen, sagte Tepe den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montagsausgaben). Schließlich sei es "Aufgabe des Arbeitgebers, für die notwendigen Arbeits- und Gesundheitsschutzmaßnahmen der Beschäftigten, aber auch der Kinder und Jugendlichen zu sorgen".

Wenn die Schulen so lange wie möglich offengehalten werden sollten, müsse der Infektionsschutz höchste Priorität haben, betonte Tepe. Dazu gehörten "neben dem Wechselunterricht auch Hygienemaßnahmen, Abstand halten, regelmäßiges Lüften der Räume sowie das zeitweise Tragen von Masken in der Schule".

Der Vorsitzende des Bundeselternbeirats, Stephan Wassmuth, verlangte ebenfalls weitere Schutzmaßnahmen. "Wir sind froh, dass die Schulen offen sind, aber die Gesundheitsversorgung muss im Vordergrund stehen", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Obwohl viele Schulen gute Konzepte für Wechselunterricht entwickelt hätten, hielten die Kultusminister stur am Normalbetrieb fest. "Man kann nicht nachvollziehen, dass immer mehr Zeit ins Land geht ohne eine Entscheidung", kritisierte Wassmuth.

Der Kandidat für den CDU-Vorsitz, Friedrich Merz, brachte die Nutzung von derzeit weitgehend geschlossenen Hotels für den Schulunterricht ins Gespräch. "Man könnte in Hotels ausweichen oder in sonstige große Räumlichkeiten, und die Schulen könnten zeitversetzten Unterricht anbieten", sagte Merz dem "Tagesspiegel" (Sonntagsausgabe).

Entscheidend sei, den Unterrichtsausfall so gering wie möglich zu halten. "Die Schäden, die sonst entstehen, kann man mit Geld nicht beheben", warnte Merz. Die Verantwortlichen müssten mehr Fantasie entwickeln, wie der Unterricht aufrecht erhalten werden könne. Das sei natürlich eine Belastung für die Lehrkräfte. "Aber wenn wir immer sagen, Bildung sei unser wichtigstes Kapital, dann muss das auch besonders geschützt werden."

Am Mittwoch wollen sich die Länderregierungschefs und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erneut mit den Corona-Regeln befassen. Bei den jüngsten Beratungen am vergangenen Montag war eine Entscheidung über neue Corona-Beschlüsse vertagt worden. Der Bund hatte auch zusätzliche Vorkehrungen in Schulen gefordert, darunter eine Halbierung von Klassen und die Einführung eines Systems des Wechselunterrichts. Die Länder lehnten dies aber ab.

(xity, AFP)