Bauministerin rechnet mit längerer Bearbeitungszeit bei Wohngeld

Behörden vor "riesigem Aktenberg"

Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) rechnet zum Inkrafttreten der Wohngeldreform Anfang kommenden Jahres nach eigenen Worten mit Verzögerungen bei der Antragsbearbeitung.

Berlin - "Es ist anzunehmen, dass die Bearbeitungszeit stärker steigt. Wenn man zum 1. Januar einen Antrag stellt, dann wird er im März beschieden", sagte Geywitz der "Bild"-Zeitung (Donnerstagausgabe). Die Behörden stünden "hier vor einem riesigen Aktenberg".

Auf die Mitarbeiter in den Wohngeldstellen komme wesentlich mehr Arbeit zu, sagte die Ministerin. Wegen des Mehraufwands infolge der von der Bundesregierung beschlossenen Reform erwarten die Behörden eine Antragsflut, die zur Überlastung der Beschäftigten führen könnte.

Der Bundestag hatte vergangene Woche eine umfassende Reform des Wohngeldes beschlossen. Dadurch kommt die Sozialleistung ab kommendem Jahr mehr Menschen zugute und fällt außerdem höher aus: Statt zuletzt rund 600.000 Haushalte sollen künftig etwa zwei Millionen Haushalte Anspruch auf Wohngeld haben. Die durchschnittliche Höhe soll von zuletzt rund 180 Euro deutlich auf etwa 370 Euro monatlich steigen.

Das Wohngeld wird zugleich neu strukturiert. Künftig gibt es eine dauerhafte Heizkostenkomponente, die als Zuschlag auf die zu berücksichtigende Miete oder Belastung in die Wohngeldberechnung eingeht. Eine Klimakomponente berücksichtigt Mieterhöhungen aufgrund energetischer Maßnahmen. Außerdem wird die allgemeine Formel zur Wohngeldberechnung verändert.

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